Die Analysefirma YouGov hat eine neue Studie zur Zufriedenheit mit künstlicher Intelligenz veröffentlicht, deren Ergebnisse für die Branche überraschend ausfielen. Die größte Überraschung war die Führung von Claude von Anthropic: Das Modell, das nach Nutzerzahl nicht das mit Abstand verbreitetste ist, belegte im Gesamtranking der Zufriedenheit (Net Score) mit 56,2 Punkten den ersten Platz. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf den Bericht der Fachleute. Wichtig ist, dass die Befragung genau die Qualität der Erfahrung derjenigen bewertet, die das Tool bereits ausprobiert haben, und nicht seine Popularität oder Zugänglichkeit, was den Vergleich wirklich aussagekräftig macht.

Führung von Claude und Rückstand der Giganten

Im Gesamtergebnis übertraf Claude (56,2 Punkte) Google Gemini (46,5 Punkte) und ChatGPT von OpenAI (46,0 Punkte), das trotz seiner führenden Nutzerbasis im Zufriedenheitsindex nachlag. In der Mitte der Liste landeten Amazon Alexa (42,6) und Microsoft Copilot (37,2) – relativ niedrige Ergebnisse angesichts des Umfangs ihrer Entwickler. Am Ende der Top 10 befanden sich der Chatbot Grok von Elon Musk und der Sprachassistent Apple Siri, deren Werte den höchsten Enttäuschungsgrad unter den Befragten widerspiegeln.

Die Lücke zwischen aktiven und ehemaligen Nutzern

Der aussagekräftigste Datenblock zeigt den Unterschied zwischen der Erfahrung aktiver Nutzer und derjenigen, die das Tool nicht mehr verwenden. Claude erzielte das höchste Ergebnis unter ehemaligen Nutzern (21,8 Punkte) und den zweiten Wert unter aktuellen Nutzern (74,5 Punkte), was laut Analysten darauf hindeutet, dass ein positiver Eindruck auch nach dem Wechsel des Dienstes erhalten bleibt. Bei ChatGPT erreicht die Zufriedenheit der aktiven Nutzer 66,6 Punkte, fällt unter ehemaligen Nutzern jedoch stark auf 2,9 Punkte ab – eine Differenz von 63,7 Punkten. Den negativsten Abstand zeigt Grok: Das Rating seiner ehemaligen Nutzer geriet ins Minus, auf −4,7 Punkte.

Warum spezialisierte Tools gewinnen

Die Experten erklären diese Dynamik damit, dass spezialisierte Lösungen wie Claude eine bewusste Wahl des Nutzers erfordern, während Massenprodukte ein deutlich breiteres Publikum anziehen, bei dem nach dem ersten Testen häufiger Enttäuschung entsteht. Somit kann die hohe Zufriedenheit mit Claude nicht nur die Produktqualität, sondern auch das Profil seines Publikums widerspiegeln, das das Tool bewusst für seine eigenen Aufgaben gewählt hat.

Einschränkungen der Interpretation

Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass das Ranking auf subjektiven Bewertungen der Erfahrungsgüte basiert und nicht auf objektiven Metriken der Genauigkeit oder Leistungsfähigkeit. Daher ist die Führung von Claude bei der Zufriedenheit nicht gleichbedeutend mit einer Führung bei der Funktionalität oder beim Marktanteil, sondern spiegelt die Wahrnehmung derjenigen wider, die bereits mit dem Assistenten interagiert haben.