Neues Provisionsmodell von Apple: 15 % und 5 %

Laut neuen Gerichtsunterlagen, die beim US-Bundesgericht für den nördlichen Distrikt Kaliforniens eingereicht wurden, hat Apple nun erstmals die Höhe der Provision bekanntgegeben, die sie für Käufe erheben möchte, die über externe Links innerhalb von Apps auf iOS-Geräten getätigt werden. Dieser Schritt stellt einen Meilenstein in den jahrelangen Gerichtsverfahren rund um die wettbewerbswidrige Politik des Tech-Riesen dar. Wie Quellen berichten, schlug Apple eine Provision von 15 % für Standard-Apps vor. Für Entwickler, die an speziellen Programmen des Unternehmens teilnehmen, sind zusätzliche Rabatte vorgesehen. Gemäß der neuen Struktur zahlen Entwickler von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) lediglich eine Provision von 5 % für Zahlungen.

Reaktion auf die Klage von Epic Games und Vergleich mit Google Play

Der iPhone-Hersteller gerät seit Jahren mit Epic Games wegen der App Store-Provisionen vor Gericht. Apple hat wiederholt versucht, die gerichtliche Aufforderung, eine Antwort zur Struktur dieser Provision zu geben, hinauszuzögern. Insbesondere forderte das Unternehmen, die Verfahren in den unteren Gerichten auszusetzen, bis der Oberste Gerichtshof eine Entscheidung in einer anderen Frage des Epic-Games-Falls gefällt hat. Apple betonte in ihrer Stellungnahme, dass die Erhebung von Gebühren für In-App-Käufe durch Nutzer dazu dient, Investitionen in die für den Betrieb des App Store und der Software erforderlichen Tools, Technologien und Dienstleistungen zu kompensieren. Das Unternehmen verglich seine Gebühren für externe Links mit der Politik von Google Play.

Widersprüchliche Daten

Laut einer Quelle erhebt Google Play ebenfalls eine Provision von 20 % für Standard-Apps, 15 % für Apps in speziellen Programmen und 10 % für die Verlängerung von Abonnements. Apple erinnerte daran, dass sich Epic Games zuvor mit diesen Sätzen einverstanden erklärt hatte. Kritiker argumentieren jedoch, dass der Vergleich mit Google Play unangemessen ist, da Android eine offene Plattform ist, im Gegensatz zum geschlossenen Ökosystem von iOS. Die Annahme dieses Vorschlags könnte die finanziellen Beziehungen auf dem Markt für mobile Apps in Zukunft erheblich beeinflussen.

Kontext der Kartellverfahren 2026

In Bezug auf das aktuelle Datum – 15. August 2026 – klingt diese Nachricht besonders laut. Im Juli 2026 gewann Apple einen wichtigen Kampf um die Offenlegung von Dokumenten (Discovery-Fight) gegen das US-Justizministerium (DOJ) in Bezug auf Bundesdokumente im Kartellverfahren. Diese Entscheidung, über die die Publikation 9to5mac berichtete, ermöglichte es dem Unternehmen, den Zugang der Aufsichtsbehörden zu sensiblen Daten einzuschränken. Experten stellen fest, dass das DOJ-Verfahren möglicherweise nicht vor Gericht landen wird, was den Vorschlag zu den Provisionen zu einem noch bedeutenderen Schritt im Versuch macht, die Situation ohne ein vollständiges Gerichtsverfahren zu regeln.