Auf einer Veranstaltung mit dem Titel «Pro and tell» hat Apple offiziell das neue MacBook Pro vorgestellt, das zum ersten Mal in der Geschichte der Serie über ein OLED-Touchdisplay verfügt. Die Ankündigung am 28. Oktober 2026 markiert einen der bedeutendsten Meilensteine in der Geschichte tragbarer Computer: Ein Gerät, das noch vor wenigen Jahren wie ein futuristisches Konzept gewirkt hätte, ist ab sofort vorbestellbar. Die Vorbestellungen begannen am Tag der Präsentation, und der offizielle Verkaufsstart ist für den 6. November 2026 angesetzt.
PROLED XDR: Touch ohne überflüssige Schichten
Der wichtigste technologische Durchbruch des neuen MacBook Pro ist der OLED-Bildschirm namens PROLED XDR. Im Gegensatz zu früheren Ansätzen bei Touchpanels, bei denen Berührungssensoren als separate Schicht auf die Matrix montiert wurden, sind die Touchelemente beim neuen Gerät direkt in die Displaystruktur integriert. Nach Angaben von Apple konnte dadurch die Berührungsreaktionszeit erheblich verkürzt werden, wodurch sich das Bediengefühl dem von Smartphones und Tablets annähert. Die Touch-Steuerung ist für drei Szenarien optimiert: die Arbeit mit iOS- und iPadOS-Apps, die Navigation durch die macOS-Benutzeroberfläche und das Spielen auf virtuellen Musikinstrumenten — letzteres zeigt, dass Apple das Touch-MacBook Pro nicht nur als Produktivitätswerkzeug, sondern auch als Kreativplattform betrachtet.
Dünner, breiter, näher am «rahmenlosen» Design
Das neue MacBook Pro besitzt spürbar schmalere Ränder, wodurch die tatsächliche Bildschirmdiagonale bei gleichbleibenden Gehäusemaßen vergrößert werden konnte. Das 14-Zoll-Modell hat nun eine reale Diagonale von 14,2 Zoll, das 16-Zoll-Modell misst 16,3 Zoll. Auch in der Dicke wurde das Gerät kompakter: Die 16-Zoll-Version verlor fast einen Millimeter, die 14-Zoll-Version 0,5 Millimeter. Obwohl Apple in derselben Woche Chips der M6-Generation ankündigte, wird das neue Touch-Notebook von M5 Pro- oder M5 Max-Prozessoren angetrieben — eine Entscheidung, die wahrscheinlich darauf zurückzuführen ist, dass der M6 für den Segmentbereich tragbarer PCs noch nicht vollständig serienreif ist.
Vom «ergonomischen Alptraum» zum Flaggschiff-Standard
Die Einführung des Touch-MacBook Pro stellt eine radikale Kehrtwende in Apples Strategie dar, die ein Jahrzehnt lang konsequent an einer solchen Konzeption festgehalten und diese abgelehnt hatte. Im Jahr 2010 bezeichnete Steve Jobs Touchscreens auf Laptops öffentlich als «ergonomischen Alptraum», und Tim Cook verglich den Versuch, Tablet und Laptop in einem Gerät zu vereinen, später mit dem «Versuch, einen Toaster mit einem Kühlschrank zu kreuzen». Das Unternehmen hatte bereits mit der Touch Bar experimentiert, diese jedoch 2023 komplett eingestellt. Der Übergang zu einem vollwertigen OLED-Touchdisplay ist somit nicht nur ein Hardware-Update, sondern ein ideologischer Kurswechsel: Was einst als Fehler galt, ist nun zum Flaggschiff-Standard geworden.
Preise und Verfügbarkeit
Die Basisversion des neuen MacBook Pro mit PROLED XDR OLED-Display in 14 Zoll kostet 2.899 US-Dollar, das 16-Zoll-Modell liegt bei 3.399 US-Dollar. Die Vorbestellungen starteten am 28. Oktober 2026, dem Tag der Ankündigung, und die ersten Geräte werden die Kunden am 6. November erreichen. Auch die softwareseitige Vorbereitung verdient Erwähnung: In macOS 27.2 wurden bereits versteckte Hinweise entdeckt, die belegen, dass Apple lange vor der offiziellen Ankündigung an der Unterstützung von Touch-MacBooks gearbeitet hat.
Kontext: Das erste große Redesign seit Jahren
Berichten von Bloomberg zufolge, auf die sich Branchenmedien beziehen, haben die aktualisierten 14- und 16-Zoll-MacBook-Pro-Modelle das erste umfassende Redesign seit mehreren Jahren durchlaufen. Die Einführung der Dynamic Island anstelle der traditionellen Notch, der Wechsel zu OLED und die Implementierung der Touch-Steuerung prägen eine neue visuelle und funktionale Sprache der Serie. Für den Markt tragbarer Computer bedeutet dies, dass Apple voraussichtlich den Kurs vorgibt, dem die Konkurrenz in den nächsten zwei bis drei Jahren folgen wird: Das OLED-Touchdisplay hört auf, eine Seltenheit zu sein, und wird zu einem erwarteten Standardelement jedes Flaggschiff-Laptops.