Apple hat ein MacBook Pro mit Touch-Display vorgestellt — eine Entscheidung, die das Unternehmen jahrzehntelang für unzweckmäßig hielt. Der neue CEO John Ternus trat gemeinsam mit Top-Managern auf die Bühne und erklärte, wie das Unternehmen den Ansatz für die Eingabe auf Mac-Computern neu überdacht hat und welche technischen Hürden überwunden werden mussten, um den Touchscreen zu einem Arbeitswerkzeug statt zu einer Marketing-Spielerei zu machen.
Warum Apple Touchscreens so lange abgelehnt hat
Bereits in den Jahren 2015–2016 erklärten Unternehmensleiter, insbesondere Phil Schiller, öffentlich, warum ein Touchscreen beim Mac nicht erforderlich sei. Als Hauptargumente wurden ergonomische Gründe genannt: Im Gegensatz zu einem Tablet steht ein Laptop auf dem Tisch, und der Nutzer muss ständig zu einem starren Display greifen. Das zweite Argument war die Inkompatibilität zwischen den macOS- und iOS-Schnittstellen, die zu diesem Zeitpunkt auf unterschiedlichen Interaktionslogiken basierten. Genau diese Überlegungen prägten laut Ternus die Haltung von Apple über viele Jahre hinweg.
Was sich in zehn Jahren verändert hat
Im vergangenen Jahrzehnt haben sich nach Einschätzung des Managements gleich drei fundamentale Faktoren verändert. Hardware-Chef Johny Srouji verwies auf die Entwicklung eigener Apple-Silicon-Prozessoren, das Aufkommen neuer OLED-Displays und Veränderungen in der Systemarchitektur. Marketing-Chef Greg Joswiak fügte hinzu, dass sich auch der Nutzer selbst verändert habe: Eine neue Generation von Professionals und Content-Creatorn, die mit iPhone und iPad aufgewachsen ist, erwarte Touch-Eingaben auch von Laptop-Displays. Ternus betonte dabei, dass der Mac nach wie vor ein Gerät mit indirekter Eingabe über Tastatur und Trackpad bleibe, während der Touchscreen lediglich „in vielen Szenarien zusätzlichen Komfort schafft“.
Technische Herausforderungen, die Ingenieure lösen mussten
Damit der Touchscreen nicht zur Frustrationsquelle wird, mussten Ingenieure mehrere Komponenten überarbeiten. Die Scharnierkonstruktion wurde komplett neu gestaltet, um ein Wackeln des Bildschirms bei Berührungen mit den Fingern auszuschließen. Ein neues thermisches Kühlsystem wurde entwickelt, damit sich das Display bei aktiver Nutzung von Touch-Gesten nicht erwärmt. Auf die Oberfläche wurde eine Antireflexbeschichtung aufgetragen, die vor Fingerabdrücken schützt und keine zusätzliche Reinigung erfordert. Auch das macOS selbst wurde speziell angepasst: Bei Annäherung eines Fingers vergrößern sich Menüelemente, und die Schaltflächen zum Schließen und Minimieren von Fenstern werden für präzises Klicken größer. Zudem wurde eine neue Geste eingeführt — der Aufruf des Dynamic-Island-Panels direkt auf dem Desktop für den schnellen Zugriff auf Siri-Vorschläge und die Spotlight-Suche.
Preise und Pläne für andere Modelle
Das neue MacBook Pro mit Touch-Display und OLED-Matrix beginnt bei 2.899 US-Dollar für die 14-Zoll-Version und bei 3.399 US-Dollar für die 16-Zoll-Version. Auf die Frage nach der möglichen Einführung von Touchscreens in günstigeren Modellen — wie dem MacBook Air oder den iMac-All-in-Ones — äußerte sich John Ternus nicht zu zukünftigen Produkten des Unternehmens.