Vor dem Hintergrund festgefahrener Verhandlungen über ein globales UN-Kunststoffabkommen setzen viele asiatische Länder aktiv Maßnahmen zur Bekämpfung der Kunststoffverschmutzung um. Von Vorschriften für recycelte Inhalte und Rückverfolgbarkeitsmechanismen bis hin zu Import- und Exportstandards transformieren diese Maßnahmen die regionalen Lieferketten, fördern die Kreislaufwirtschaft und ebnen den Weg für eine ergänzende globale Zusammenarbeit.
Nationale Regulierungsmaßnahmen in der Region
Angesichts des Stillstands beim UN-Kunststoffvertrag wird das Erreichen eines umfassenden globalen Abkommens immer komplizierter. In diesem Zusammenhang setzen asiatische Länder proaktiv eigene Richtlinien um und nutzen dabei die Rolle der Region als wichtiges Fertigungszentrum. Verpflichtende Vorgaben für Recyclinganteile dienen als wichtiges Instrument, um eine stabile Nachfrage nach Sekundärrohstoffen zu schaffen.
Zeitpläne und Standards in asiatischen Ländern
In den Jahren 2026 und 2027 führte Indien die Pflicht ein, dass starre Lebensmittelverpackungen aus Kunststoff mindestens 40 % recyceltes Material enthalten müssen, was 2028-2029 auf 60 % steigt. Dieser Standard übertrifft EU-Ziele. Im September 2025 kündigte Südkorea an, dass Getränkeflaschen mindestens 10 % Recyclingmaterial enthalten müssen, während Japan ab Januar 2026 Anreize für die Beschaffung von Flaschen mit mindestens 15 % Recyclinganteil bietet.
Auswirkungen auf globale Lieferketten
Die Einführung strenger nationaler Vorschriften in Asien wirkt sich direkt auf multinationalen Konzerne aus. Die Aufrechterhaltung mehrerer Verpackungs- und Buchhaltungssysteme erhöht die Geschäftskosten und fördert die Einführung einheitlicher Standards. Langfristig garantiert dies stabile Investitionen in die Abfallsammlung und -recycling-Infrastruktur, obwohl der Erfolg von lokalen Kapazitäten abhängt.
Widersprüchliche Daten
Während Indien, Südkorea und Japan strenge verbindliche Standards und QR-Code-Tracking-Systeme durchsetzen, stützen sich andere regionale Staaten hauptsächlich auf freiwillige Richtlinien. Insbesondere hat China detaillierte nationale Standards entwickelt, von denen viele jedoch weiterhin empfehlenden Charakter haben, was auf unterschiedliche Ansätze hinweist.