Das ukrainische Gesundheitsministerium hat klargestellt, dass die digitalen medizinischen Dienste im elektronischen Gesundheitssystem (ESOZ) jedem Patienten zur Verfügung stehen, selbst wenn er kein Smartphone oder eine mobile App besitzt. Dies berichtete die Ausgabe RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Mitteilung des Gesundheitsministeriums auf Facebook. Die wichtigste Voraussetzung für den Erhalt von SMS-Benachrichtigungen ist eine aktuelle Telefonnummer, die im System hinterlegt ist, und für den vollen Zugriff auf E-Rezepte und E-Verweise genügt es, ein im ESOZ registriertes Dokument vorzulegen.
Registrierung im ESOZ: Wer und wie wird der Zugang eingerichtet
Für die Registrierung im elektronischen Gesundheitssystem ist weder ein Smartphone noch ein Mobiltelefon erforderlich. Der Patient kann von einem medizinischen Fachpersonal direkt bei der Arztsuche oder in einer beliebigen Gesundheitseinrichtung registriert werden. Bei der Registrierung muss eine Authentifizierungsmethode gewählt werden – per Telefonnummer oder per Dokument. Über den gewählten Kanal bestätigt das System bei jeder Interaktion die Identität des Patienten. Das bedeutet, dass auch eine Person, die keine digitalen Geräte nutzt, vollen Zugang zu den elektronischen medizinischen Diensten erhält.
SMS-Benachrichtigungen auf ein normales Telefon: Was kommt und wofür
Auch ohne Smartphone kann der Patient SMS-Nachrichten vom ESOZ auf ein normales Mobiltelefon erhalten. Dorthin gelangen Benachrichtigungen über vereinbarte Termine, ausgestellte E-Rezepte, E-Verweise und andere Ereignisse, die mit seiner Krankenakte zusammenhängen. Die wichtigste Voraussetzung ist, dass im System eine aktuelle Telefonnummer hinterlegt ist. Wenn sich die Nummer geändert hat, muss sie aktualisiert werden, um wichtige Benachrichtigungen nicht zu verpassen. Die Telefonnummer sowie die Methode zur Identitätsprüfung können im Patientenportal überprüft oder geändert werden. Wenn eine Person das Portal nicht nutzt, genügt es, den Hausarzt oder ein anderes medizinisches Fachpersonal zu kontaktieren – sie helfen bei der Überprüfung und gegebenenfalls Aktualisierung der Daten.
Authentifizierung per Dokument: Voller Zugang ohne Telefon
Das Fehlen eines Telefons beraumt nicht des Rechts, die digitalen medizinischen Dienste zu nutzen. In diesem Fall wählt der Patient die Authentifizierung per Dokument. Bei einem Arztbesuch genügt es, das im ESOZ hinterlegte Dokument vorzulegen. In diesem Fall werden keine SMS-Nachrichten zugestellt, aber der Patient kann E-Rezepte, E-Verweise und andere elektronische medizinische Dienste in vollem Umfang erhalten. Bei Bedarf kann der Mediziner auch eine gedruckte Merkblatt mit Informationen zum E-Rezept oder E-Verweis ausstellen, was den Dienst auch für die konservativsten Nutzer zugänglich macht.
Kontext: Digitalisierung des Gesundheitswesens und neue Standards
Die Klarstellung des Gesundheitsministeriums zur Verfügbarkeit des ESOZ ohne Smartphone kommt vor dem Hintergrund der aktiven Entwicklung der digitalen Infrastruktur des ukrainischen Gesundheitswesens. Kürzlich wurden in der Ukraine neue Standards für die Verschreibung von antimikrobiellen Arzneimitteln – Antibiotika, antivirale, antimykotische und antiparasitäre Mittel – genehmigt, die ebenfalls über elektronische Dienste umgesetzt werden. Parallel dazu hat das Programm „Zugängliche Arzneimittel“ die Lieferung von Medikamenten mit Drohnen in abgelegene Dörfer und Grenzgemeinden begonnen, wo die Logistik erschwert ist und keine Apotheken vorhanden sind. So beseitigt der Staat schrittweise Barrieren – sowohl technologischer als auch geografischer Natur – für den Erhalt medizinischer Versorgung.