Der spanische Exklave Ceuta im Norden Afrikas befindet sich im Epizentrum eines beispiellosen Krisenherdes. Die Stadt ist in Chaos gestürzt, nachdem es zu einem massiven Grenzdurchbruch kam und die Sicherheitskräfte die Kontrolle über die Situation verloren. Auf den Straßen entbrannten heftige Zusammenstöße, und verzweifelte Einheimische griffen zu Waffen, um ihre Häuser vor Plünderungen zu schützen.
Die Lage in der autonomen Stadt ist in eine offene Konfrontation übergegangen. Lokale Männer, die nicht auf Hilfe der überlasteten Sicherheitskräfte warteten, bildeten Selbstverteidigungseinheiten. In im Internet veröffentlichten Videos sind Gruppen von Bewohnern mit Stöcken, Knüppeln und Stücken Bewehrungsstahl zu sehen, die Straßen blockieren und Viertel patrouillieren. Ihr Hauptziel ist es, die massiven Plünderungen von Geschäften und Diebstähle aus Privathäusern zu stoppen, die von einzelnen Gruppen eingedrungener Migranten verübt werden.
Die Aggression auf beiden Seiten nimmt zu. Einzelne Gruppen von Männern, die aus Marokko eingetroffen sind, geraten in direkte Auseinandersetzungen mit der Polizei, werfen Steine auf Beamte der Guardia Civil und setzen geparkte Autos in Brand. Der Preis dieses Kampfes wird bereits in menschlichen Leben gemessen: Stand 1. August 2026 kamen bei Menschenansammlungen an den Absperrungen und Straßenkämpfen mindestens 57 Menschen ums Leben.
Die Krise in Ceuta erreichte einen kritischen Punkt, nachdem der Oberste Gerichtshof Spaniens den Sicherheitskräften die sogenannten „heißen Abschiebungen“ untersagt hatte. Diese rechtliche Lücke wurde sofort von kriminellen Menschenhändlersyndikaten ausgenutzt, die einen koordinierten gleichzeitigen Angriff auf die Grenze organisierten. Nach verschiedenen Schätzungen drangen zwischen 40.000 und 60.000 Menschen in die Exklave ein. Der Regionalpräsident Juan Jesús Vivas sah sich gezwungen, den Zustand der „absoluten humanitären und sozialen Notlage“ auszurufen.
Die spanische Regierung ergriff Notfallmaßnahmen. Premierminister Pedro Sánchez, der das Geschehen als direkten „Angriff“ auf die Souveränität bezeichnete, verlegte reguläre Armeeeinheiten und die Spanische Legion in die Stadt. Madrid konnte sich mit Rabat auf die Wiederbelebung des Rückübernahmeabkommens einigen, und nun läuft der Abschiebe-Konveyorband: Etwa 37.500 illegale Einwanderer wurden bereits nach Marokko zurückgebracht. Im Stadtgebiet verbleiben jedoch immer noch Tausende von Flüchtlingen, die in den Stadtteilen verstreut sind.
Die Ereignisse in Ceuta haben in Europa eine starke Resonanz ausgelöst und einen diplomatischen Bruch provoziert. Italien unter Führung von Giorgia Meloni warf Madrid das Versagen bei der Bewachung der Schengengrenzen vor und kündigte die Aussetzung des Abkommens an, indem es seine Grenzen für spanische Flüge schloss. Frankreich hingegen verlegte Drohnen und mobile Polizeieinheiten an die Grenze, um den Strom streng zu filtern. In Kiew wird die Situation als Teil eines hybriden Krieges des Kremls bewertet, der darauf abzielt, die westlichen Länder zu spalten.