Die Rettungsmission für das legendäre Weltraumobservatorium NASA Swift ist auf ein kritisches Hindernis gestoßen. Der robotische Schlepper LINK, der den wissenschaftlichen Apparat auf eine sichere Höhe heben sollte, hat die Kontrolle über seine Position im Weltraum verloren. Die Ingenieure der NASA kämpfen nun gegen die Zeit, um die Situation zu stabilisieren, bevor das Observatorium endgültig auf die Erde stürzt.

Unkontrollierte Rotation und Systemausfall

Am vergangenen Wochenende begann der erst vor wenigen Monaten gestartete Apparat LINK, sich unkontrolliert zu drehen und verlor seine Orientierung im Raum. Eine vorläufige Untersuchung ergab einen schweren Ausfall: Zwei der drei Reaktionsräder (Flywheels), die für die Stabilisierung zuständig sind, haben aufgehört zu funktionieren. Zudem wurde ein teilweiser Ausfall des Kaltgastriebwerksystems festgestellt.

Trotz der kritischen Ausfälle hat der Apparat den Kontakt zur Erde nicht verloren und wird weiterhin von den Solarpanelen mit Strom versorgt. Dies gibt den Ingenieuren eine Chance, die Situation zu beheben. In den kommenden Tagen planen die Spezialisten, elektrische Triebwerke zu nutzen, um die Rotation zu stoppen und den Apparat in eine stabile Position zurückzubringen.

Die Geschichte der Probleme mit dem Apparat

Der aktuelle Unfall war nicht die erste Herausforderung für LINK. Bereits während der Inbetriebnahme meldete das Team Probleme mit einem der drei Reaktionsräder. Damals konnte die Situation durch Software-Patches behoben werden, doch der erneute Ausfall deutet auf eine tiefgreifendere Schwachstelle des Systems hin.

Der Apparat wurde am 3. Juli mit der Trägerrakete Pegasus XL gestartet. Seine Hauptaufgabe bestand darin, sich dem 21 Jahre alten Observatorium Swift zu nähern, es zu erfassen und schrittweise auf eine höhere Umlaufbahn zu bringen.

Warum ist die Rettung von Swift so dringend?

Das Observatorium Swift, das auf einer niedrigen Erdumlaufbahn operiert, verfügt über keinen eigenen Antrieb, um die Höhe langfristig zu halten. Selbst die dünnen Schichten der Atmosphäre erzeugen einen Widerstand, der den Satelliten allmählich abbremst. In letzter Zeit hat sich die Situation jedoch aufgrund hoher solarer Aktivität verschärft.

Verstärkte Sonnenstürme führten zu einer Ausdehnung der Atmosphäre und einem Anstieg des Widerstands, wodurch das Sinken des Observatoriums deutlich schneller verlief als prognostiziert. Genau dies zwang die NASA, einen dringenden Vertrag für die Entwicklung und den Start des Rettungsschleppers LINK in kurzer Zeit zu unterzeichnen.

Was kommt als Nächstes?

Die oberste Priorität für die Spezialisten besteht derzeit darin, die Rotation von LINK zu stoppen. Erst nach der Stabilisierung des Apparats wird eine vollständige Diagnose und ein Update der Software des Navigationssystems möglich sein. Das Schicksal der Rettungsmission für eines der wichtigsten Instrumente der Astrophysik wird im Verlauf dieser Verfahren entschieden. Wenn es den Ingenieuren gelingt, die Kontrolle wiederherzustellen, wird die Annäherung an das Observatorium fortgesetzt. Andernfalls könnte die einzigartige wissenschaftliche Station vorzeitig in der Atmosphäre verglühen.