Die Einführung des automatischen Austauschs von Steuerinformationen zwischen Ländern und Behörden in der Ukraine hat bei den Steuerpflichtigen eine Welle von Fragen ausgelöst. Viele befürchten, dass dies zu automatischen Steuernachforderungen oder massenhaften Prüfungen führen wird. Experten zufolge ist die Situation jedoch nicht so dramatisch, wie sie auf den ersten Blick erscheint.

Wie der Mechanismus des Datenaustauschs funktioniert

Die Steuerberaterin Alexandra Tomaschewskaja erklärte in einem Interview mit RBC-Ukraine, dass der automatische Datenaustausch nicht automatisch die Einleitung von Prüfungen bedeutet. Die Staatliche Steuerverwaltung (GNS) verwendet die von ausländischen Behörden erhaltenen Informationen in erster Linie zum Abgleich mit bereits vorliegenden Daten.

„Die Steuerverwaltung wird nicht sagen, dass dies automatisch eine Prüfung auslöst. Vielmehr ist es ein Mechanismus, um das abzugleichen, was eine Person deklariert hat, mit dem, was über sie im Ausland bekannt ist', betonte die Expertin.

Wenn die im Rahmen des Austauschs erhaltenen Daten mit den Deklarationen und anderen Berichten des Steuerpflichtigen übereinstimmen, werden von Seiten der GNS keine weiteren Maßnahmen ergriffen.

Wann Probleme auftreten können

Risiken entstehen, wenn die GNS Informationen über Einkünfte oder Vermögenswerte erhält, die nicht in der Steuererklärung des Bürgers enthalten sind. Wenn eine Person beispielsweise Einkünfte aus der Vermietung von Immobilien im Ausland erzielt hat, diese aber nicht in der Ukraine deklariert hat, kann das Finanzamt eine Anfrage mit Aufforderung zur Stellungnahme senden.

„Wenn aus den erhaltenen Daten hervorgeht, dass eine Person beispielsweise eine Immobilie im Ausland vermietet hat, 10.000 Euro Einkommen erzielt hat und dies nicht in der Ukraine deklariert hat, kann das Finanzamt eine Anfrage senden', merkte Tomaschewskaja an.

In einer solchen Situation kann dem Steuerpflichtigen angeboten werden, die Einkünfte freiwillig zu deklarieren und Steuern zu zahlen oder zu erklären, warum sie in der Ukraine nicht steuerpflichtig sind.

Wie man sich auf mögliche Anfragen vorbereitet

Die Expertin rät dazu, Dokumente vorzubereiten, die den Steuerstatus und die Besteuerung der Einkünfte nachweisen. Es ist wichtig, Argumente so zu sammeln, als müssten sie vor Gericht verwendet werden.

„Ich sage meinen Kunden immer: Bereiten Sie sich so vor, als wären Sie bereits vor Gericht. Erklären Sie nicht einfach Ihre Position gegenüber der Steuerverwaltung, sondern sammeln Sie Beweise auf einem Niveau, das sofort vor Gericht verwendet werden kann', betonte Tomaschewskaja.

Widersprüchliche Daten

Während die Steuerberaterin Alexandra Tomaschewskaja behauptet, dass der Datenaustausch keine automatischen Prüfungen auslöst, wird in einigen Quellen erwähnt, dass der automatisierte Informationsaustausch zwischen der Steuerverwaltung und den Grenzbehörden dazu beitragen soll, Steuerverstöße effektiver aufzudecken. Dies könnte den Eindruck erwecken, dass Prüfungen häufiger werden, obwohl Experten betonen, dass dies keine automatische Steuernachforderung bedeutet.

Wichtiger Hinweis

Dieses Material wurde ausschließlich zu Informationszwecken erstellt und stellt keine Finanz- oder Anlageberatung dar. Investitionen sind mit Risiken verbunden, einschließlich der Möglichkeit des vollständigen Verlusts des Kapitals. Bevor Sie irgendwelche Anlageentscheidungen treffen, empfehlen wir, sich an einen lizenzierten Finanzberater zu wenden.