Die Pandemie hat die Automobilindustrie auf unerwartete Weise getroffen und die kritische Abhängigkeit von Halbleiterchips offengelegt. Heute verschärft sich die Situation: Die Kapazitäten der Branche werden auf den Bereich der künstlichen Intelligenz umgestellt, während dem Markt für PCs und Smartphones eine untergeordnete Rolle zukommt. Doch gerade moderne Autos benötigen immer mehr Speicher für ihren Betrieb.
Exponentielles Wachstum der Speicheranforderungen
Der technologische Fortschritt in der Automobilindustrie steht nicht still. Während die Autopilot-Ausrüstung von Tesla der vierten Generation ursprünglich die Verwendung von 32 GB Speicher nach den Standards GDDR6 oder LPDDR vorsah, verdoppelt die neue Version 4+, die in diesem Jahr erscheint, diesen Speicherplatz bereits auf 64 GB. Ähnliche Anforderungen stellt auch die bei Herstellern beliebte Plattform Nvidia Orin, die 32 oder 64 GB Arbeitsspeicher verwendet.
Doch diese Zahlen betreffen nur spezialisierte Systeme. In den Basisausstattungen benötigen die Bordcomputer, die Unterhaltungsmodule und Fahrerassistenzsysteme umfassen, bis zu 40 GB Arbeitsspeicher. Gleichzeitig können die höherwertigen Ausstattungen die Marke von 100 GB überschreiten.
Das Problem der Langzeitspeicherung von Daten
Die Anforderungen an NAND-Flash-Speicher für die Langzeitspeicherung von Informationen sind noch umfangreicher. Moderne Autos arbeiten im Modus ständiger Updates. Software, die „Over-the-Air“ (OTA) geliefert wird, benötigt allein für die temporäre Speicherung bis zu 10 GB Festplattenspeicher. Unter Berücksichtigung des notwendigen Puffers kann diese Zahl bis zu 50 GB erreichen.
Zudem generieren Autopilot-Systeme enorme Datenmengen. Für die Speicherung der für den Betrieb der Algorithmen erforderlichen Bilder werden 100 bis 300 GB Speicher benötigt. Die Situation wird durch die Entwicklung von Multimedia-Systemen verschärft, die zunehmend KI-Assistenten integrieren, was ebenfalls die Anforderungen an den verfügbaren Festplattenspeicher erhöht.
Die Zukunft der Automobilelektronik
Ein modernes Auto kann heute bereits mit einer Solid-State-Drive (SSD) mit einer Kapazität von 500 GB bis 1,5 TB ausgestattet sein. Experten prognostizieren, dass diese Anforderungen nahezu jährlich steigen werden und das Auto zu einem der anspruchsvollsten Speicherabnehmer auf dem Elektronikmarkt machen werden.