In Krasnojarsk entfaltet sich ein Szenario, das für Regionen, durch die der маршрут des russischen Präsidenten führt, bereits vertraut geworden ist. Am Vorabend des Besuchs von Wladimir Putin fielen die Kraftstoffpreise an den städtischen Tankstellen drastisch. Gleichzeitig verschwanden die zuvor eingeführten Beschränkungen für die Kaufmenge von Benzin pro Person.

Lokale Anwohner verzeichnen einen Preisrückgang von 20 bis 25 Rubel pro Liter. Die Limits, die zuvor zu Warteschlangen und Unzufriedenheit der Käufer geführt hatten, wurden aufgehoben. Mitarbeiter der Tankstellen bestätigen, dass die Betankungsstellen im normalen Modus arbeiten, jedoch mit einer wichtigen Einschränkung – der Kraftstoff wurde in einem Notfalltransport angeliefert.

Der ehemalige Abgeordnete des Stadtrates von Krasnojarsk, Igor Grinev, erzählte Details der logistischen Operation.据 ihm zufolge wurde Benzin der Marken A-92 und A-98 dringend aus Omsk und A-95 aus Achinsk geliefert. Dies ermöglichte eine vorübergehende Sättigung des Marktes und entlastete die Tankstellen.

Das Unternehmen „Krasnojarsknefteprodukt“ erklärte die Situation mit einer „vorübergehenden Verbesserung der Logistik“ und dem Eintreffen zusätzlicher Kraftstoffmengen. Allerdings warnten Unternehmensvertreter sofort: Die eingeführten Vorräte sind begrenzt. Sobald diese erschöpft sind, werden die Preise wieder steigen und die Limits könnten zurückkehren.

Ein ähnliches Szenario hatte sich bereits vor anderthalb Wochen während Putins Reise nach Irkutsk abgespielt. Damals wurde Benzin an allen Tankstellen der Stadt plötzlich und synchron günstiger, was Fragen bei den Einwohnern und Experten aufwarf.

Der Hintergrund dieser Ereignisse ist eine akute Treibstoffkrise in Russland. In den letzten zwei Monaten haben ukrainische Drohnen etwa 40 % der Raffineriekapazitäten des Landes außer Gefecht gesetzt. Etwa 50 Millionen Russen spürten den Kraftstoffmangel. Lieferprobleme betrafen nicht nur Privatfahrzeuge, sondern auch die Transportinfrastruktur, Logistik und Landwirtschaft.

Angriffe auf Raffinerien im Hinterland führten dazu, dass die Treibstoffkrise nun die gesamte Wirtschaft beeinflusst. Die Präsidentin der Zentralbank Russlands, Elwira Nabiullina, gab zu, dass die steigenden Preise für Benzin und Diesel bereits die Kosten für Waren und Dienstleistungen beeinflussen. Der Inflationsdruck nimmt zu, und Unternehmen sind gezwungen, ihre Lieferketten zu überdenken.

Wladimir Putin hingegen gab die Probleme bei der Kraftstoffversorgung zu, betonte aber, dass die Situation „nicht kritisch“ sei. Seine Worte stehen im Kontrast zur Realität an den Tankstellen, wo Menschen auf Warteschlangen, Limits und Preisschwankungen stoßen.

Die Situation in Krasnojarsk ist ein deutliches Beispiel dafür, wie die politische Agenda das tägliche Leben der Bürger beeinflusst. Der Besuch des Präsidenten wird zum Anlass für Notfallmaßnahmen, die jedoch nur vorübergehenden Charakter haben. Solange Benzin aus Imagegründen billiger wird, bleiben die langfristigen Probleme der Energiesicherheit ungelöst.