Der Drohnenschlag auf das Kstower Raffineriewerk „LUKOIL-Nischni Nowgorod-Nefteorgsintez“ (NORSI) hat die Kraftstoffversorgung des Zentralen Föderalkreises gestört. Laut Analystenschätzungen deckte die Anlage mehr als 50 % des Bedarfs von Moskau und der Region Moskau an Handelsbenzin sowie bis zu 11 % der russischen Gesamtproduktion von Kraftstoffen der Euro-5-Norm ab; die Lieferungen erfolgten über eine direkte ringförmige Erdölproduktpipeline (MKNPP), was die Logistik günstig und schnell machte.
Was an den Tankstellen passiert
Die operativen Bestände an den Öldepots der Region Moskau sind für 10–14 Tage autonomen Betriebs ausgelegt. Der Versuch, Mengen von der Omsker Raffinerie und der Ufa-Gruppe umzuleiten, stößt auf einen Mangel an Zisternen und Staus im Netz der Russischen Eisenbahnen. Unabhängige Ketten verzeichnen bereits einen Mangel an Großhandelspartien an der SPbMTSB; „LUKOIL“ führt Abgabegrenzen ein – in Tschuwaschien wurde der Richtwert auf 40 Liter erhöht, was auf den systemischen Charakter der Einschränkungen hinweist.
Widersprüchliche Daten
Die Angaben zum Anteil von NORSI an der Versorgung der Hauptstadt (mehr als 50 % und bis zu 11 % Euro-5) sind Schätzungen von RBC-Ukraine-Analysten und Branchenkreisen und keine offiziellen Daten von „LUKOIL“; das Unternehmen bestätigt sie nicht. Konkrete Grenzen für Moskau werden in öffentlichen Quellen nicht genannt – bekannt ist lediglich der Richtwert für Tschuwaschien (40 l), weshalb die genaue Höhe der Einschränkungen in der Hauptstadt unbestätigt bleibt.
Kontext des Mangels
Das Problem geht über die Grenzen einer einzelnen Region hinaus: Laut Reuters hat Russland angesichts eines allgemeinen Kraftstoffmangels begonnen, Benzin aus Afrika zu importieren. Die Kombination aus dem Angriff auf Kstowo, der Überlastung der Eisenbahnlogistik und den gleichzeitigen Schäden an anderen Raffinerien birgt das Risiko steigender Preise an den Zapfsäulen und eines Übergangs zur rationierten Abgabe in der Hauptstadtregion.