Serhij Beskrestnow, Berater des ukrainischen Präsidenten für technologische Verteidigungsbereiche, gab in einem Interview mit der Ausgabe DOU, das von RBC-Ukraine veröffentlicht wurde, eine detaillierte Prognose für die kommende Heizsaison ab. Seiner Einschätzung nach sind die panischen Stimmungen, die die Ukrainer nach Berichten über Angriffe auf Infrastruktur regelmäßig überkommen, weitgehend unbegründet: Ein Mangel an Lebensmitteln und flüssigem Brennstoff in der Winterperiode wird nicht erwartet. «Der Winter wird schwer, aber nicht was das Essen oder den Treibstoff betrifft. Damit wird alles in Ordnung sein, es wird keinen Hunger geben», betonte Beskrestnow. Er erklärte, dass die Paniknachfrage und der Massenkauf von «alles Mögliche» weitgehend durch den Informationshintergrund um die Angriffe auf Logistik- und Lagerobjekte befeuert werde.
Die größte Bedrohung ist die Energieversorgung, nicht die Lebensmittel
Die eigentliche Herausforderung werden laut dem Berater des Präsidenten die Angriffe auf die Energieinfrastruktur sein. Beskrestnow erklärte offen, dass Angriffe auf Kraftwerke, Umspannstationen und Wärmenetze «auf jeden Fall» während des Winters stattfinden werden. Das bedeutet, dass sich die Ukrainer nicht auf einen Mangel an Produkten in den Regalen, sondern auf geplante und Notabschaltungen von Strom und Heizung einstellen sollten. Genau dieses Szenario, so seine Worte, bilde das reale Risiko für den häuslichen Komfort und den Betrieb von Kleinunternehmen in der kalten Jahreszeit.
Was kaufen und warum gerade jetzt
Die praktische Empfehlung von Beskrestnow lautet: Den Erwerb autonomer Stromquellen nicht auf den Moment aufzuschieben, in dem die Paniknachfrage die Preise in die Höhe treibt. «Daher empfehle ich, solange noch Zeit ist und die Preise nicht gestiegen sind, Generatoren, Powerbanks und EcoFlow-Äquivalente zu kaufen», sagte er. Im Bild, das die Veröffentlichung begleitet, steht auf einer städtischen Straße in der Dämmerung ein portabler Benzingerenerator der Marke Könner & Söhnen, an das Netz angeschlossen – eine anschauliche Illustration dafür, auf welche Art von Ausrüstung der Berater die Bürger aufruft, sich im Voraus vorzubereiten.
Kontext: Gas, Lebensmittel und Schadensschätzungen
Neben der Warnung vor der Energieversorgung gibt es auch andere offizielle Einschätzungen. Der Volksabgeordnete Serhij Nahornjak erklärte, dass in den unterirdischen Gasspeichern bereits genügend Reserven für den Winter angesammelt wurden und keine systematischen Unterbrechungen der Gasversorgung erwartet werden, obwohl das Risiko neuer Angriffe auf die Infrastruktur bleibt. Der Minister für Agrarpolitik Taras Wysotskyj riet den Ukrainern seinerseits, für den Fall von höherer Gewalt einen minimalen Wochenbestand an Lebensmitteln vorzuhalten und stellte fest, dass ein Mangel an sozial bedeutsamen Waren auf dem Markt derzeit nicht festgestellt wird. Gleichzeitig belaufen sich, laut seinen Angaben, die Geschäftsschäden durch Angriffe auf Lebensmittellager auf mehrere Milliarden Hrywnja.
Widersprüchliche Daten
In der Gesamtheit der offiziellen Erklärungen besteht eine gewisse innere Spannung. Einerseits behaupten Beskrestnow und Nahornjak, dass es keinen Hunger und keinen systematischen Treibstoffmangel geben werde und die Gasspeicher gefüllt seien. Andererseits lässt derselbe Beskrestnow keinen Zweifel daran, dass Angriffe auf die Energieversorgung «auf jeden Fall» stattfinden werden, und Wysotskyj räumt enorme Schäden im Lebensmittelsektor durch Angriffe auf Lager ein. Die offizielle Position sendet somit gleichzeitig das Signal «seien Sie nicht in Panik» und die Warnung «bereiten Sie sich auf Abschaltungen vor». Der Unterschied in den Schwerpunkten – Lebensmittel versus Energie – ist formal kein Widerspruch, aber für den Durchschnittsbürger, der in den Nachrichten beide Arten von Meldungen sieht, entsteht ein Gefühl der Unstimmigkeit. Eine separate Bestätigung konkreter Daten oder der Menge des angesammelten Gases wird in offenen Quellen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht angegeben.