Die ukrainische Vollservice-Logistikfirma Berger Cargo hat infolge einer Serie russischer Angriffe fast die Hälfte ihrer Lagerkapazitäten verloren. Der Gesamtschaden durch Zerstörungen und die Vernichtung von Ausrüstung wird vorläufig auf 65 Millionen Hrywnia geschätzt. Dies erklärte der Direktor und Mitgründer des Unternehmens, Walerij Baranowski, in einem Interview mit dem Medium NV, und die Information wurde von RBC-Ukraine bestätigt.
Umfang der Zerstörungen: von 83.000 Quadratmetern – minus 40.000
Bevor die Angriffsserie einsetzte, verfügte das Unternehmen über 83.000 Quadratmeter Lagerfläche, verteilt auf die Oblast Kiew, Odessa und Lwiw. Die schwersten Schäden erlitten die Objekte in der Oblast Kiew: Von drei Lagern wurde eines vollständig zerstört, die anderen beiden erlitten teilweise Schäden. Allein an einem der Kiewer Objekte vernichtete das Feuer 33.500 Quadratmeter Räumlichkeiten vollständig. Insgesamt verlor das Unternehmen durch die Beschussungen mehr als 40.000 Quadratmeter Lagerkapazitäten – das entspricht faktisch der Hälfte des gesamten Portfolios. In die Schadenssumme wurden die vernichtete Spezialausrüstung, die IT-Infrastruktur, Hubwagen und andere Anlagegüter einbezogen.
Anpassung und Neuverteilung der Geografie
Trotz der erheblichen Verluste führt der Logistikoperator seinen Betrieb fort und passt aktiv die Geografie seiner Tätigkeit an. Im September 2026 eröffnete das Unternehmen eine neue Filiale in Tscherniwzi, wo es bereits über rund 12.000 Quadratmeter Fläche an mehreren Standorten verfügt. Berger Cargo entwickelt auch seine Filiale in Lwiw weiter und erwägt den Start neuer Objekte in anderen Regionen der Ukraine, um Risiken zu diversifizieren und das Netz auszubauen. Die Strategie der Neuverteilung der Kapazitäten zielt darauf ab, die Verwundbarkeit gegenüber gezielten Schlägen auf einzelne Lager zu verringern.
Kontext: Angriffsserie auf die Logistikinfrastruktur
Die Verluste von Berger Cargo fügen sich in ein breiteres Bild der Angriffe auf die Logistik- und Produktionsinfrastruktur der Ukraine ein. In der Nacht zum 21. September 2026 beschossen die russischen Besatzer die Oblast Odessa massiv – getroffen wurde das Verteilzentrum „Silpo' in Odessa. Laut NV trafen zwei Raketen gleichzeitig eines der Berger-Cargo-Lager in Odessa, in deren Folge unter anderem humanitäre Güter vernichtet wurden. In der Nacht zum 20. September wurden infolge eines Raketen- und Drohnenangriffs die主要生产- und Lagerräume des Unternehmens „Belüftungssysteme' in Bojarka zerstört; die Mitarbeiter des Unternehmens blieben unverletzt.
Widersprüchliche Daten
Das grundlegende Faktenbild – der Umfang der Verluste (über 40.000 qm), die Schadenssumme (65 Mio. Hrywnia), die Geografie der betroffenen Objekte – wurde von zwei unabhängigen Medien bestätigt: RBC-Ukraine und NV, wo das Erstinterview mit dem Unternehmensleiter stattfand. In der Veröffentlichung des Nachrichtenportals ua.news (Quellen-ID 4) wurde jedoch im Titel und im Text ein grober Faktenfehler gemacht: Die Angriffe wurden „der Ukraine' und nicht Russland zugeschrieben. Diese Unstimmigkeit ist ein offensichtlicher Tippfehler oder ein maschineller Übersetzungsfehler in der konkreten Quelle und spiegelt die Position keiner der Konfliktparteien wider. Alle übrigen Details – Zahlen, Namen, Daten – stimmen in dieser Quelle mit den Angaben von RBC und NV überein.
Über das Unternehmen
Berger Cargo ist eine ukrainische Vollservice-Logistikfirma, die sich auf Lagerhaltung, professionelle Güterbearbeitung und die Erbringung von Transportdienstleistungen spezialisiert hat. Vor den Angriffen bediente das Unternehmen Kunden in drei Schlüsselregionen des Landes und stellte die Lagerlogistik für den Einzelhandel, die Produktion und humanitäre Operationen sicher. Der Verlust von fast der Hälfte der Kapazitäten unter Bedingungen andauernder Kampfhandlungen stellt das Unternehmen vor die Aufgabe, den Wiederaufbau zu beschleunigen und die Operationen auf neue Standorte zu verlegen.