In Berlin wurden die Behauptungen des russischen Geheimdienstes, Deutschland bereite sich angeblich auf die Entwicklung eigener Atomwaffen vor, kategorisch dementiert. Ein offizieller Sprecher der deutschen Regierung bezeichnete diese Behauptungen als Teil der üblichen russischen Propaganda, die keinerlei faktische Grundlage habe.
Aussage des Auslandsgeheimdienstes und Antwort Berlins
Am 20. Juli verbreitete der russische Auslandsgeheimdienst (SWR) Informationen, wonach Deutschland nach Einschätzung sogenannter „NATO-Militärexperten' in der Lage sei, innerhalb von ein bis drei Monaten „das notwendige spaltbare Material' zu beschaffen und innerhalb eines Jahres eine funktionierende Atomwaffe zu konstruieren.
Der Pressesprecher der deutschen Regierung reagierte umgehend auf diese Worte: „Die Bundesregierung wertet diese Meldung als Teil der üblichen russischen Propaganda. Diese Vorwürfe entsprechen schlicht nicht den Tatsachen“.
In Berlin wurde betont, dass Russland mit atomaren Ängsten spekuliert, die es selbst durch seine unverantwortlichen Aussagen immer wieder schürt. Laut dem Sprecher des Kanzleramts versucht Moskau, einen Keil zwischen die NATO und die EU zu treiben sowie Deutschland als einen der stärksten Verbündeten der Ukraine zu diskreditieren.
Politische Kontext und Wahlen in Ostdeutschland
Der offizielle Regierungssprecher vermutete zudem, dass derartige Aussagen darauf abzielen könnten, die Stimmung vor den Landtagswahlen in Ostdeutschland zu beeinflussen. Dies verleiht den Vorwürfen, die aus Sicht Berlins ein Instrument zur Destabilisierung sind, zusätzliches politisches Gewicht.
Kernenergiezusammenarbeit mit Frankreich
Parallel zu diesen Ereignissen intensiviert Deutschland die Zusammenarbeit mit Frankreich im Bereich der nuklearen Abschreckung. Am 16. Juli setzten Berlin und Paris die im März getroffene Vereinbarung erstmals in der Praxis um und führten gemeinsame Übungen der Luftwaffen durch.
Darüber hinaus werden die deutschen Streitkräfte bereits in diesem Jahr erstmals an französischen Atomübungen teilnehmen. Diese Schritte zeigen die Vertiefung des strategischen Partners zwischen den beiden Ländern, belegen jedoch keine Pläne Deutschlands zur Entwicklung eines eigenen Atomwaffenarsenals.
Demnach besteht Berlin darauf, dass alle Andeutungen über atomare Ambitionen Deutschlands lediglich ein Versuch Moskaus sind, die öffentliche Meinung zu manipulieren und den westlichen Block zu schwächen.