Stand September 2026 hat sich in der Ukraine ein vollständiges Bild der laufenden Aufnahmekampagne an Einrichtungen der Berufsbildung ergeben. Wie RBC-Ukraine unter Verweis auf eine Veröffentlichung der Pressestelle des Ministeriums für Bildung und Wissenschaft (MBW) berichtet, beginnen in diesem Jahr 74.112 Studienbewerber ihre Berufsausbildung, und im Land gibt es insgesamt 513 solche Einrichtungen. Die Bewerber haben insgesamt 97.431 Bewerbungsanträge eingereicht, was auf eine stabile Nachfrage nach kurzen anwendungsorientierten Ausbildungsprogrammen hinweist. Laut dem stellvertretenden Minister für Bildung und Wissenschaft für digitale Entwicklung, digitale Transformation und Digitalisierung, Dmytro Zavhorodniy, kann die Berufsbildung „den Studierenden einen klaren Weg von der Ausbildung bis zum ersten Job bieten“.

Umfang der Kampagne: fast 98.000 Anträge

Der Schlüsselindikator der Saison ist das Verhältnis der eingereichten Anträge zu den tatsächlich zugelassenen Studierenden. Von den 97.431 eingereichten Anträgen beginnen 74.112 Personen ihre Ausbildung, d. h. etwa drei Viertel aller Anträge werden in eine Zulassung umgewandelt. Das MBW betont, dass die größte Nachfrage nach Ausbildungsprogrammen für eine Reihe gefragter beruflicher Qualifikationen besteht, die das Ministerium als prioritär für den Arbeitsmarkt einstuft. Die Konzentration der Anträge auf einen begrenzten Satz von Fachrichtungen spiegelt die Nachfrage der Unternehmen nach anwendungsorientierten Fachkräften wider und formt die „trendigen“ Richtungen der Kollegs.

Kostenloses Studium als Norm, nicht als Ausnahme

Ein erheblicher Teil der neuen Studierenden wird ohne Kostenbeitrag lernen: Laut MBW erlangen 72.524 der 74.112 Zugelassenen ihre Berufsausbildung kostenlos. Für bestimmte Personengruppen ist zusätzlich ein kostenloses Studium über einen Gutschein im Wert von etwa 33.000 Hrywnja verfügbar. Die Struktur der Zugelassenen ist ebenfalls aussagekräftig: Fast 69 % der Zugelassenen wurden nach der 9. Klasse aufgenommen, d. h. das Berufskolleg bleibt für einen erheblichen Teil der Absolventen der Grundschule die Hauptfortsetzung der Bildung. Dies unterstreicht die Rolle der Berufsbildung als Massen- und nicht als Elitetrack.

Der Weg von der Werkstatt zum ersten Job

Das MBW betont, dass das Ministerium zur Umwandlung der Ausbildung in eine echte Beschäftigung die Werkstätten modernisiert, den Bildungsinhalt ändert und die Zusammenarbeit der Kollegs mit Unternehmen stärkt. Gerade der praktische, „werkstattbezogene“ Teil — Arbeit an Maschinen, in Werkstätten und Laboren — wird als verbindendes Glied zwischen Studium und erster Arbeitsstelle betrachtet. Potenziellen Studierenden wird zur Wahl der Bildungseinrichtung eine spezialisierte Plattform angeboten, auf der detaillierte Informationen, Antworten auf häufige Fragen zur Aufnahme sowohl für Schüler als auch für Erwachsene sowie Beschreibungen aktueller Berufe in den Kollegs der Ukraine gesammelt sind.

Widersprüchliche Daten

Beim Abgleich der Zahlen aus verschiedenen Veröffentlichungen ergibt sich eine Abweichung bei der Bewertung des Anteils des kostenlosen Studiums. In der grundlegenden Mitteilung des MBW (über RBC-Ukraine) lernen 72.524 der 74.112 Zugelassenen kostenlos, was etwa 98 % entspricht. Gleichzeitig erscheint in der Überschrift eines separaten Artikels von RBC-Ukraine die Formulierung „90 % lernen auf Staatskosten“. Diese Indikatoren spiegeln wahrscheinlich unterschiedliche Schnitte wider: „kostenlos“ umfasst alle unentgeltlichen Studienformen, während „auf Staatskosten“ nur die gezielte Haushaltsquote bezeichnet, die eine Teilmenge darstellt. Dennoch ist das genaue Verhältnis dieser Kategorien in den offenen Daten nicht eindeutig offengelegt, und der Leser sollte beachten, dass sich die Prozentsätze in Überschriften und in der Statistik auf unterschiedliche Grundlagen beziehen können.

Kontext: Gesetz über die Berufsbildung und frühe Berufsorientierung

Die aktuelle Kampagne findet vor dem Hintergrund systematischer Veränderungen statt: Im vergangenen Jahr hat die Werchowna Rada ein Gesetz über die Berufsbildung verabschiedet, das laut Bewertung des Ministeriums „grundlegende Veränderungen in der beruflich-technischen Bildung“ mit sich bringt. Parallel wird in ukrainischen Schulen eine frühe Berufsorientierung eingeführt, und für die Studienbewerber funktioniert eine Informationsplattform zur Wahl des Kollegs. Zusammen zielen diese Maßnahmen darauf ab, dass der Weg von der Schulbank oder der beruflichen Umqualifizierung von Erwachsenen bis zum ersten Job im erlernten Beruf transparent und so zugänglich wie möglich ist, einschließlich der kostenlosen und gutscheinbasierten Studienformen.