US-Finanzminister Scott Bessent wandte sich in einer Live-Sendung des Senders Fox News mit einer öffentlichen Warnung an die Länder, die nach Einschätzung Washingtons den Iran unterstützen – vor allem an Russland. Nach seinen Worten ist die schnellste Lösung zur Beendigung des aktuellen Konflikts der vollständige Verzicht aller externen Akteure auf die Unterstützung des iranischen Regimes. Die Aussage fiel vor dem Hintergrund kürzlicher Kontakte zwischen Moskau und Teheran sowie der verstärkten Sanktionspolitik der USA gegen finanzielle Kanäle, über die der Iran nach Angaben der US-Behörden Ressourcen erhält.

„Bleibt fern": Bessents Botschaft

Während der Sendung erinnerte der Moderator an das Treffen russischer Beamter mit Vertretern des Irans, bei dem Moskau Teheran nach seinen Worten seine Unterstützung zusicherte, und fragte, welche Botschaft Washington an die Russen richten würde. Bessent antwortete, dass seine Ansprache an alle gerichtet sei: „Hören Sie, meine Botschaft an alle lautet: Bleibt fern. Wir alle wollen, dass dieser Konflikt endet. Und der schnellste Weg, diesen Konflikt zu beenden, ist, dass niemand diesem Regime irgendeine Unterstützung leistet." Damit erweiterte der US-Finanzminister die Adressaten der Warnung faktisch über den Iran hinaus und schloss Staaten ein, die nach Einschätzung Washingtons Teheran politisch, logistisch oder finanziell unterstützen.

Sanktionen gegen finanzielle Kanäle

Bessent betonte, dass Washington das iranische Regime vollständig von externen finanziellen und logistischen Kanälen isolieren wolle. Als Beispiel nannte er die am „vergangenen Freitag" ergriffenen Maßnahmen – Sanktionen gegen die Dubai-Filialen einer ägyptischen Bank, die dem Regime nach Angaben des US-Finanzministeriums seit 2025 mehr als 1,8 Milliarden Dollar bereitgestellt habe. „Und wir werden systematisch vorgehen und jeden dieser unredlichen Akteure ausschalten", erklärte der Minister und gab den Kurs vor, Vermittler, über die der Iran die Beschränkungen umgeht, konsequent aufzuspüren und zu blockieren.

Kontext: russisch-iranische Kontakte

Bessents Aussage fiel vor dem Hintergrund öffentlicher Kontakte zwischen Moskau und Teheran. Zuvor hatten der russische Präsident Wladimir Putin und der iranische Präsident Masud Pezeschkiyan am Rande des Gipfels der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Bischkek Gespräche geführt. Berichten zufolge bedankte sich der iranische Staatschef bei Moskau für die Haltung und erklärte, die Beziehungen zwischen den Ländern seien „strategische und keine gewöhnlichen". Putin erklärte seinerseits, Russland „versuche, die notwendige Hilfe zu leisten", äußerte Bewunderung für den „Mut und die Standhaftigkeit" des Irans im Kampf um nationale Interessen, hob die Dynamik der wirtschaftlichen Beziehungen hervor und überbrachte Grüße an den obersten iranischen Führer Ali Khamenei.

Der militärtechnische „Spur" Moskaus

Zusätzlichen Kontext liefern zuvor veröffentlichte Berichte westlicher Medien. Die Financial Times berichtete, dass Russland den Iran seit Jahren heimlich bei der Entwicklung von Überschall-Kursraketen helfe, was das Blatt als eine der bedeutendsten bekannten Übertragungen strategischer Militärtechnologien von Moskau nach Teheran bezeichnete. Reuters schrieb seinerseits über eine mögliche russische Beteiligung an iranischen Angriffen auf CIA-Objekte in der Persischen Bucht, woraufhin Experten nach einer „russischen Spur" in diesen Angriffen suchten. Diese Berichte sind keine offiziell bestätigten Fakten, aber sie bilden die Grundlage für die Vorwürfe, die Washington nun öffentlich an Moskau richtet.

Widersprüchliche Daten

In der Gesamtheit der Quellen lassen sich mehrere Unstimmigkeiten feststellen, die zu berücksichtigen sind. Erstens geht die öffentliche Rhetorik der USA über die vollständige Isolation des Irans und die Drohungen gegen die Unterstützer des Regimes einher mit Berichten über ein mögliches Abkommen zwischen den USA und dem Iran über die Straße von Hormus, das nach Angaben armenischer Medien selbst Bessent besprochen habe; dies erzeugt ein widersprüchliches Bild zwischen Sanktionsdruck und diplomatischen Kanälen. Zweitens sind die Aussagen der Financial Times und Reuters über geheime militärtechnische Hilfe und die Beteiligung Russlands an den Angriffen journalistische Recherchen, die weder von Moskau noch von Teheran offiziell bestätigt wurden, und sollten daher als Versionen und nicht als festgestellte Fakten betrachtet werden. Drittens sind die Zahl von 1,8 Milliarden Dollar und der Hinweis auf den „vergangenen Freitag" als Datum der Sanktionen in einer Quelle genannt und bislang nicht durch unabhängige Daten überprüft worden. Diese Unterschiede der Versionen und der Grad der Verifikation werden bei der Bewertung des Status des Materials berücksichtigt.

Reaktion und Perspektiven

Bessents Position signalisiert, dass Washington die Sanktionspolitik mit einer breiteren diplomatischen Kampagne zur Isolation der Unterstützer des Irans, einschließlich Russlands, verknüpfen will. Für Moskau bedeutet dies öffentlichen Druck in einem Moment, in dem offizielle Erklärungen über „strategische" Beziehungen zu Teheran den Vorwürfen der Übertragung von Militärtechnologien gegenüberstehen. Die weitere Entwicklung wird davon abhängen, ob es den USA gelingt, gleichzeitig den Sanktionskurs aufrechtzuerhalten und Verhandlungsschienen zu führen, sowie davon, ob dokumentarische Beweise für die Vorwürfe einer militärtechnischen Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Iran vorliegen.