In Lwiw wurde ein weitreichender Korruptionsfall mit Beteiligung eines hochrangigen Beamten der Streitkräfte der Ukraine (AFU) aufgedeckt. Ein Offizier, der die Position des Leiters des Amtes für Militärrechtspflege innehatte, forderte von einem Bauunternehmer eine Bestechungssumme in Höhe von 2,2 Millionen US-Dollar. Ziel der Abmachung war die Erlangung einer Genehmigung für den Bau eines Wohnkomplexes auf dem Gelände eines geschützten Militärgeländes.

Schema des „schwarzen' Bauens

Laut dem Nationalen Anti-Korruptionsbüro der Ukraine (NAZU) begann die kriminelle Tätigkeit des Beschuldigten im März 2021. Zu dieser Zeit leitete er gleichzeitig eine Abteilung der Militärpolizei und kommandierte ein Militärgelände in Lwiw. Unter Ausnutzung seines doppelten Status bot der Beamte einem Geschäftsmann an, ein Mehrfamilienhaus auf dem Gelände des Verteidigungsministeriums zu errichten.

Zur Umsetzung des Plans zog der Offizier zwei Komplizen hinzu: einen ehemaligen Anwalt und einen weiteren Bauunternehmer. Laut der Ermittlungsversion plante die Gruppe, die erzielten Gewinne unter sich aufzuteilen und sich so einen erheblichen Gewinn aus der illegalen Bebauung eines strategisch wichtigen Gebiets zu sichern.

Die Annahme von Geld wurde dokumentiert

Die Ermittler des NAZU konnten die tatsächliche Annahme der Bestechung dokumentieren. Im Zeitraum von März 2021 bis Juli 2023 erhielten die Beteiligten des Schemas Bargeld in Höhe von 2 Millionen US-Dollar. Die Ermittler dokumentierten die Übergabe des Geldes, was als entscheidender Beweis für die Schuld der Beteiligten diente.

Gegenwärtig läuft das vorgerichtliche Ermittlungsverfahren. Die Strafverfolgungsbehörden arbeiten aktiv daran, den Kreis der Personen zu ermitteln, die möglicherweise an dieser Finanzpyramide beteiligt waren oder die illegale Transaktion unterstützt haben.

Korruption im Verteidigungsbereich

Dieser Fall ist ein weiteres Beispiel für systemische Probleme in der ukrainischen Armee und verwandten Strukturen. Zuvor hatten Strafverfolger bereits ähnliche Beamte entlarvt. So wurde beispielsweise der Leiter eines Verteidigungsunternehmens, das sich auf eine Privatisierung vorbereitete, des Diebstahls von Eigentum verdächtigt: Er demontierte Produktionshallen, verkaufte sie als Schrott und gab das erzielte Geld für den Kauf von Luxusautos aus.

Auch in der Region Riwne wurden zwei stellvertretende Leiter der regionalen Verwaltungen des SBU entlarvt. Laut der Ermittlungsversion forderten sie vom Leiter eines Unternehmens, das mit der Gewinnung von Bernstein befasst ist, eine Bestechungssumme in Höhe von 620.000 US-Dollar.