Die ukrainische Diplomatie und das Anti-Korruptions-System stehen vor einem großen Skandal. Der ehemalige Staatssekretär des Außenministeriums der Ukraine, Alexander Bankow, wurde in Haft genommen. Das Gericht hat als Sicherungsmaßnahme eine Haftstrafe von 60 Tagen verhängt. Als Alternative zur Haft wurde eine Kaution in Höhe von 10 Millionen Griwna festgelegt.
Schema mit Spendern und Scheinfirmen
Die Ermittler verdächtigen den hochrangigen Beamten des Betrugs und der Geldwäsche. Laut den Strafverfolgungsbehörden begann die kriminelle Tätigkeit von Bankow in den ersten Tagen des umfassenden Einmarsches. Er nutzte seinen Status und das ihm entgegengebrachte Vertrauen, um ausländische Spender und Mitarbeiter diplomatischer Missionen zu überzeugen, finanzielle Hilfe, die für die Ukraine bestimmt war, auf Konten von ihm kontrollierter gemeinnütziger Organisationen zu überweisen.
Anschließend wurde eine komplexe Finanzkette in Gang gesetzt. Das Geld wurde auf Konten fiktiver Einzelunternehmer (FOP) transferiert. Über Konvertierungszentren wurde das Geld in bar umgetauscht und für persönliche Bedürfnisse der Beteiligten ausgegeben. Die Ermittlungen zeigten, dass über kontrollierte Unternehmen und Firmen Mittel in Höhe von 37,3 Millionen Griwna legalisiert worden sein könnten.
Kontext des Kampfes gegen Korruption
Die Verhaftung von Bankow erfolgt vor dem Hintergrund verstärkter Ermittlungen der Strafverfolgungsbehörden in Korruptionsfällen in staatlichen Behörden. Ende Juni verhaftete das Nationale Anti-Korruptions-Büro der Ukraine (NAZU) den amtierenden Volksabgeordneten der Partei „Diener des Volkes“, Serhij Kusmynych. Der Abgeordnete hatte sich vier Jahre lang der Teilnahme an Gerichtsverhandlungen wegen Bestechung entzogen.
Auch im Juli künden das NAZU und die Spezialisierte Anti-Korruptions-Staatsanwaltschaft (SAP) den Verdacht gegen eine Gruppe von acht Personen an. Ihnen wird vorgeworfen, mehr als 150 Millionen Griwna, die der Nationalgarde der Ukraine zur Verfügung gestellt wurden, an sich gebracht zu haben. Diese Ereignisse deuten auf umfangreiche Ermittlungen der Sicherheitskräfte zur Aufdeckung finanzieller Machenschaften während des Krieges hin.