Der jüngste Blackout in Dnipro hat deutlich gezeigt, wie kritisch wichtig es ist, auf einen langanhaltenden Stromausfall vorbereitet zu sein. Laut Mykola Lukashuk, dem Vorsitzenden des Regionalrats der Oblast Dnipropetrovsk, führt ein Stromausfall gleichzeitig zu Problemen bei der Wasserversorgung, der Heizung und der Kommunikation, weshalb der Widerstandspuffer einer Familie im Voraus und nicht erst zum Zeitpunkt des Ausfalls aufgebaut werden muss. Die in seinem Telegram-Kanal veröffentlichten und von Styler (RBC-Ukraine) zusammengefassten Empfehlungen laufen auf eine klare Reihe von Maßnahmen hinaus: von der Schaffung mehrtägiger Vorräte über Regeln für den sicheren Umgang mit Haushaltsgeräten bis hin zu Verhaltensalgorithmen bei der Gefahr einer Kohlenmonoxidvergiftung.
Ein Drei- bis Fünf-Tage-Vorrat als Basisminimum
Der erste und wichtigste Schritt besteht darin, zu Hause Vorräte des Nötigsten für drei bis fünf Tage anzulegen. Umfang und Zusammensetzung der Vorräte hängen von der Anzahl der Familienmitglieder, deren individuellen Bedürfnissen und den Möglichkeiten zur Aufbewahrung von Lebensmitteln ohne Kühlschrank ab. Dazu gehören Wasser, haltbare Lebensmittel, Medikamente, Batterien, Ladegeräte und Lichtquellen. Es ist wichtig, die Haltbarkeitsdaten regelmäßig zu überprüfen und die Vorräte von Zeit zu Zeit aufzufrischen, damit man im Moment eines tatsächlichen Ausfalls nicht auf abgelaufene Medikamente oder leere Batterien stößt. Grundlegende Dinge – Taschenlampen, Powerbanks, Ladegeräte – sammelt man am besten an einem leicht zugänglichen Ort, um im Dunkeln keine Zeit mit der Suche zu verschwenden.
Kommunikation und Evakuierungsplan der Familie
Ein separater Vorbereitungsblock betrifft die Kommunikation. Es ist notwendig, sich im Voraus mit den Angehörigen über einen Kommunikationsweg für den Fall zu einigen, dass das Mobilfunknetz ausfällt: einen Reservekanal festlegen und wichtige Nummern in Papierform aufschreiben. Man sollte auch einen konkreten Treffpunkt vereinbaren, an dem sich die Familie versammeln kann, wenn die Telefone nicht mehr funktionieren. Bei Verlust des Mobilfunkanmfangs wird empfohlen, das nationale Roaming zu nutzen – es ermöglicht die automatische Verbindung zum Netz eines anderen ukrainischen Betreibers, falls das eigene nicht verfügbar ist. Wenn die Verbindung beim ersten Mal nicht zustande kommt, sollte man es erneut versuchen oder die Verfügbarkeit eines anderen Netzes prüfen.
Regeln für den Umgang mit Geräten bei Stromausfall und Wiederherstellung
Wenn der Strom ausfällt, ist es wichtig, nicht nur für Beleuchtung zu sorgen, sondern auch im Umgang mit Haushaltsgeräten richtig zu handeln. Vor allem müssen alle Elektrogeräte aus der Steckdose gezogen werden – dies schützt sie vor Spannungsspitzen im Moment der Wiederherstellung der Stromversorgung. Wenn der Strom zurückkehrt, sollten die Geräte schrittweise angeschlossen werden, beginnend mit den wichtigsten, anstatt alles gleichzeitig einzuschalten. Eine gesonderte Warnung gilt für Aufzüge: Bei Notabschaltungen dürfen diese selbst dann nicht benutzt werden, wenn im Gebäude vorübergehend Strom vorhanden ist, da die Stromversorgung plötzlich ausfallen kann und die Person riskiert, in der Kabine stecken zu bleiben.
Wärme, Kohlenmonoxid und Unbesiegbarkeitszentren
Ein Stromausfall im Winter ist gefährlich durch die schnelle Auskühlung der Räume, insbesondere wenn die Heizung vom Strom abhängt. Um Wärme zu speichern, empfiehlt es sich, einfache Maßnahmen zu ergreifen: Fenster und Türen schließen, Fugen isolieren, warme Kleidung tragen, sich in einem Raum aufhalten. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Kohlenmonoxid: Wenn Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Schwäche oder andere Vergiftungserscheinungen auftreten, muss man sich sofort an die frische Luft begeben und die Nummer 112 anrufen. Das Betreten des Raumes vor der Überprüfung auf Sicherheit ist untersagt. Wenn es zu Hause weder Strom, Wärme noch Wasser gibt, kann man sich an die sogenannten Unbesiegbarkeitszentren (Punkty neslamnosti) wenden – dort kann man sich wärmen, Gadgets aufladen und je nach den Möglichkeiten des jeweiligen Standorts grundlegende Hilfe erhalten.
Fürsorge für Nachbarn und gefährdete Personen
Ein ebenso wichtiger Teil der Vorbereitung ist die Aufmerksamkeit für diejenigen, die in der Nähe leben. Nach einem Stromausfall lohnt es sich, alleinstehende Nachbarn, insbesondere ältere Menschen, zu besuchen und sich zu vergewissern, dass sie Wasser, Nahrung und notwendige Medikamente haben und wissen, wohin sie sich um Hilfe wenden können. Unter den Bedingungen eines mehrtägigen Blackouts können genau solche einfachen Maßnahmen für die Sicherheit gefährdeter Bevölkerungsschichten entscheidend sein. Die Empfehlungen von Mykola Lukashuk unterstreichen: Die Bereitschaft zu einem langanhaltenden Stromausfall ist keine einmalige Aktion, sondern eine ständige Praxis, die auf der Ebene jedes Haushalts aufrechterhalten werden muss.