Die amerikanische Bloggerin Laura Loomer, bekannt für ihre Verbindungen zum Umfeld von Donald Trump, ist in der Ukraine eingetroffen. In einem neuen Beitrag im sozialen Netzwerk X gab sie zu, dass sie sich in ihren früheren Äußerungen über die Ukraine geirrt und unter dem Einfluss russischer Propaganda gestanden hatte.

„Ich bin nicht in Russland, weil ich kein Propagandist bin“

Im veröffentlichten Video ist Loomer bei ihrer Ankunft mit dem Zug auf ukrainischem Territorium zu sehen. Die Bildunterschrift des Videos lautet wie eine direkte Erklärung ihrer Position: „Ich bin nicht in Russland, weil ich kein Propagandist bin“.

Kurz darauf veröffentlichte die Bloggerin einen weiteren Beitrag, in dem sie einen Ausschnitt aus einer Sendung des russischen Fernsehsenders Russia Today zitierte. In diesem Beitrag zeigte das pro-kremlische Medium zwei ihrer eigenen unvorteilhaften Äußerungen über die Ukraine und empfahl, diese zu löschen.

Geständnis eines Irrtums

Bei der Kommentierung der Situation bestritt Loomer nicht die Urheberschaft dieser Worte, erklärte aber sofort ihre aktuelle Sichtweise auf die Ereignisse:

„Ich habe diese Dinge wirklich über die Ukraine und Selenskyj gesagt, und ich lösche meine Beiträge nicht, weil ich verstanden habe, dass ich unrecht hatte. Ich lebte in einem Informationsblasen und stand unter dem Einfluss russischer Propaganda, die über soziale Medien verbreitet wurde, weshalb ich diesen Behauptungen glaubte. Deshalb bin ich in die Ukraine gekommen, um das Land mit eigenen Augen zu sehen“, schrieb sie.

Laut der Bloggerin beabsichtigt sie, Beweise für die Propaganda zu finden, mit der sie „gefüttert“ wurde. Wenn sie keine findet, plant sie, dies öffentlich mitzuteilen, damit auch andere Menschen „die Augen öffnen“ können.

Schock über das Gesehene in Butscha

Am ersten Tag ihres Aufenthalts im Land sah Loomer Fotos von getöteten Priestern in Butscha, die ihrer Meinung zufolge von Russland getötet wurden. Sie besuchte auch ein Massengrab, in dem, so ihre Informationen, die Leichen von Christen begraben liegen, die starben, nachdem Russland „Kräfte aus Tschetschenien entsandt hatte, um Zivilisten massenhaft zu ermorden“.

Zudem traf die Bloggerin Vertreter von Diensten, die sich mit der Befreiung von Kriegsgefangenen befassen. Sie zeigten ihr Fotos ukrainischer Gefangener, „denen die Russen Hakenkreuze auf die Stirn gebrannt haben“.

„Wer sind hier also die Nazis?“

Als Fazit ihres Besuchs machte Loomer eine emotionale Aussage:

„Wer sind hier also die Nazis? Jahre lang wurde ich belogen. Ich habe verstanden, dass die Ukraine und Selenskyj keine Dschihadisten rechtfertigen... Das sind Russland und Putin! Ich hatte unrecht! Und jetzt bin ich verpflichtet, diese falschen Informationen zu korrigieren. Russland ist sehr gut darin, einen Informationskrieg zu führen“.

So hat sich Laura Loomer, die früher als Teil des pro-kremlischen Informationsfeldes galt, nun offen gegen die russische Propaganda gewandt und fordert andere auf, ihre Ansichten zu überdenken.