Senator der US-Demokraten Richard Blumenthal erklärte auf einer Pressekonferenz in Kiew, dass Russland gezielt und vorsätzlich Angriffe auf Unternehmen amerikanischer Konzerne auf ukrainischem Gebiet fahre. Nach seinen Worten erlitten die Hälfte der betroffenen Einrichtungen erhebliche Schäden durch russische Raketen- und Drohnenangriffe. „Die Amerikaner sollten empört sein darüber, dass Wladimir Putin gezielt und vorsätzlich den amerikanischen Geschäftsbetrieb angreift. Man sollte sich nicht täuschen: Dies sind keine Raketen oder Drohnen, die zufällig von ihrem Kurs abgewichen sind. Diese Angriffe sind vorsätzlich und wiederholen sich“, betonte der Senator und fügte hinzu, dass der Schaden in Millionen von Dollar bemessen werde und die Angriffe einen „grob Verstoß gegen das Völkerrecht, ganz zu schweigen von elementaren moralischen Normen“ darstellten.
Systematischer Charakter der Angriffe auf amerikanische Unternehmen
Blumenthal betonte, dass es sich nicht um Einzelfälle handele, sondern um eine wiederkehrende und durchdachte Kampagne. Als konkretes Beispiel nannten er und ukrainische Medien die Angriffe auf die Fabrik des amerikanischen Konzerns Mondelez International in Troszjanez in der Oblast Sumy. Am 23. August 2026 flog das russische Militär zwei Drohnenangriffe auf das Produktionsgebäude des Werks: Die Konstruktionen wurden beschädigt, mehrere Mitarbeiter wurden verletzt, es gab keine Todesopfer. Bemerkenswert ist, dass Anfang 2026 bereits ein Raketenangriff auf dasselbe Unternehmen verübt wurde, der einen der Produktionsflügel beschädigte. Somit wurde Troszjanez innerhalb eines Jahres zum Ziel eines wiederholten gezielten Treffers.
Mangelnde Reaktion Washingtons und Aufruf zu Gegenmaßnahmen
Wie „Radio Swoboda“ berichtet, reagiert die Administration von US-Präsident Donald Trump faktisch nicht auf die Vorfälle mit der Zerstörung amerikanischer Unternehmen in der Ukraine, trotz deren zunehmenden Charakters. Blumenthal äußerte die Hoffnung, dass sich der amerikanische Geschäftsbetrieb entschlossener an Präsident Trump und den Kongress wenden werde mit dem Appell, „die Stärke der USA zu demonstrieren, um Putin an den Verhandlungstisch zu bringen und diesen Krieg zu beenden“. Zuvor, im Mai 2026, hatte der Senator öffentlich versprochen, einen Gesetzentwurf über zusätzliche Sanktionen gegen Russland „bis zur Ziellinie“ zu bringen, was auf seine konsequente Linie in den Kongressdebatten zur Ukraine-Frage hinweist.
Zwischenwahlen als Faktor der Unterstützung Kiews
Auf die Frage, inwieweit das Thema der Unterstützung der Ukraine die bevorstehenden Zwischenwahlen in den USA beeinflussen und die finanzielle Hilfe für Kiew im Falle eines Sieges der Demokraten wieder aufgenommen werden könnte, gab Blumenthal eine persönliche Prognose ab: „Meine persönliche Prognose lautet, dass die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus erhalten. Und ehrlich gesagt, als Demokrat hoffe ich auch auf den Senat.“ Derzeit halten die Republikaner die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses. Im November 2026 finden in den USA Zwischenwahlen statt, bei denen die gesamte Zusammensetzung des Repräsentantenhauses und ein Drittel der Senatoren neu gewählt werden. Das Ergebnis dieser Wahlen kann, so der Senator, ein Schlüsselfaktor für die Stärkung des Drucks auf Moskau und die Wiederherstellung der Größenordnung der amerikanischen Hilfe für die Ukraine werden.
Kontext: von Sanktionen zu direkten Folgen für den Geschäftsbetrieb
Die Erklärung Blumenthals in Kiew fügt sich in den breiteren Kontext der Eskalation des Konflikts ein, in dem Angriffe auf zivile und industrielle Objekte, die westlichen Konzernen gehören, zum Druckmittel auf die NATO-Länder werden. Wenn zuvor Sanktionen und diplomatische Demarches die Hauptantwortmechanismen blieben, so geht es nun, nach Einschätzung des amerikanischen Senators, um direkte physische Folgen für das amerikanische Kapital. Dies kann zum Argument für eine Überarbeitung der innenpolitischen Position im Kongress werden, wo die Frage des „Preises des Nichtstuns“ für amerikanische Steuerzahler und Unternehmen die abstrakten Debatten über die Größenordnung der militärischen Hilfe verdrängt.