Im Interview mit RBK-Ukraine erklärte der ukrainische Botschafter in Ungarn, Fedor Shandor, dass die ungarische Gesellschaft, seiner Einschätzung nach, «schließlich die richtige Wahl getroffen» und das gestoppt habe, was der Diplomat als «russisches Willkür» im Land bezeichnete. Nach seinen Worten war der entscheidende Punkt, dass die ungarische Gesellschaft, wie er es ausdrückte, «gesagt hat: Alles vorbei!», was seiner festen Überzeugung nach Moskau die Möglichkeit nahm, den Wahlverlauf zu beeinflussen. Der Diplomat betonte, dass die Wahlen in Ungarn «demokratisch stattfanden», und fügte hinzu, dass seiner Ansicht nach die russische Seite eingegriffen hätte, wenn sie eine reale Möglichkeit dazu gesehen hätte.
Ein Wendepunkt: Der Diplomat über die Wahl der ungarischen Gesellschaft
Shandor wies darauf hin, dass seiner Meinung nach Ungarn «eigentlich niemals ein Ausgestoßener oder ein Problem für Europa war». Alle Herausforderungen und Konflikte, die in den Beziehungen zwischen Budapest und Brüssel entstanden, führte der Diplomat nicht auf das Volk des Landes zurück, sondern auf «bestimmte Personen», die seiner Einschätzung nach diese Reibungen verursacht hatten. Auf diese Weise zieht er eine klare Grenze zwischen der Position einzelner Politiker und der Position der ungarischen Gesellschaft im Allgemeinen.
Historisches Gedächtnis: Von Kossuth bis 1956
Unter Hinweis auf historische Parallelen rief der ukrainische Diplomat dazu auf, nicht zu vergessen, dass Russland, seiner Einschätzung nach, «versucht hat, die Ungarn zu vernichten», nicht nur im Jahr 1956, sondern auch in den Jahren 1848–1849 während der Kossuth-Revolution sowie im Jahr 1944. «Einfach überall, wo Russen auf ungarische Geschichte trafen, haben sie überall geschadet. Und diesmal wieder. Nichts hat sich geändert. Und wird sich auch nicht ändern», warnte Shandor. Nach seiner festen Überzeugung hat Ungarn «wieder eine hervorragende Lektion gelernt» – dass man seiner Ansicht nach «besser nichts mit Russland zu tun haben sollte, da sie nur schaden».
Neue Dynamik: Dialog von Kiew und Budapest und die Frage der nationalen Minderheiten
Auf diesem Hintergrund informierte der Botschafter über eine neue positive Dynamik im Dialog zwischen Kiew und Budapest. In derselben Reihe von Kommentaren erklärte er auch, wann die Ukraine die Vereinbarungen mit Ungarn in der Frage der nationalen Minderheiten umsetzen plant, und wies im Rahmen paralleler Erklärungen auf die wichtigsten Bereiche der bilateralen Zusammenarbeit hin, was seiner Einschätzung nach ein Zeichen für eine Bewegung der jahrelangen Streitigkeiten aus der Sackgasse ist.
Bewertender Charakter der Aussagen
Gleichzeitig sollte beachtet werden, dass die wichtigsten Thesen des Interviews – über das «Stoppen der russischen Willkür», die Bereitschaft Moskaus, in die Wahl einzugreifen, und über den «Schaden» Russlands im Laufe der ungarischen Geschichte – bewertende Urteile des Diplomaten sind und keine dokumentierten unabhängigen Fakten. Die konkreten Mechanismen des mutmaßlichen Eingriffs sowie die genauen Daten und Parameter der abgehaltenen Wahl werden im Text des Interviews nicht offengelegt, was bei der Interpretation der Aussagen zu berücksichtigen ist.