Lettlands Außenministerin Baiba Braže hat in einem Beitrag im sozialen Netzwerk X eine scharfe Warnung an Moskau ausgesprochen und erklärt, dass russische Angriffe auf die ukrainische Getreideinfrastruktur, Häfen und Seewege eine direkte Bedrohung für die globale Ernährungssicherheit darstellen. »Russland will die Welt verhungern lassen. Angriffe auf Getreideinfrastruktur, Häfen und Seewege schädigen rund 400 Millionen Menschen weltweit, darunter in einigen der verwundbarsten Länder«, schrieb Braže und kommentierte die Folgen des russischen Angriffs auf die Ukraine in der Nacht zum 27. August 2026.
Reaktion auf die Angriffe auf den Getreideexport
Das Statement der lettischen Diplomatin war eine Reaktion auf die Mitteilung des ukrainischen Außenministers Andrij Sybiha, der die Folgen des russischen Angriffs in der Nacht zum 27. August im Detail beschrieb. Seinen Worten zufolge treffen die Angriffe gezielt Objekte, die den Export ukrainischen Getreides sicherstellen, und gefährden damit die Lieferketten für Lebensmittel in Dutzenden Ländern der Welt. Sybiha betonte, dass Kiew die Verbündeten auffordert, zusätzliche Hilfeepakete für die Ukraine im Vorfeld der Winterperiode vorzubereiten, wenn die Verwundbarkeit der Logistikketten vielfach zunimmt.
Aufruf zu sofortigen Maßnahmen: Routen, Kontingente und Freiheit der Schifffahrt
»Wir fordern sofortige Maßnahmen, um die Folgen der russischen Angriffe auf den Getreideexport aus der Ukraine zu überwinden: zusätzliche Routen, Kontingente, Ausrüstung zur Getreidespeicherung und gemeinsame Anstrengungen zur Sicherung der Freiheit der Schifffahrt entlang unserer Seewege«, erklärte Sybiha in seiner Ansprache. Diese Forderungen zielen darauf ab, die Auswirkungen der russischen Angriffe auf den Weltmarkt für Lebensmittel zu minimieren und eine ununterbrochene Versorgung der Länder zu gewährleisten, die am stärksten vom ukrainischen Export von Getreide und Ölsaaten abhängen.
Blockade und logistische Krise auf der Donau
Der Kontext des diplomatischen Austauschs gewinnt vor dem Hintergrund bereits festgestellter logistischer Störungen besondere Schärfe. Kürzlich wurde bekannt, dass sich in der Nähe des Suliner Kanals auf der Donau eine Schlange aus Dutzenden Schiffen gebildet hat, die sich auf dem Weg zu ukrainischen Häfen befinden, was auf einen wachsenden Druck auf die innere Wasserlogistik hinweist. Darüber hinaus ist laut vorliegenden Informationen die von Russland durchgeführte Seeblockade in der Lage, die Aussaatkampagne des folgenden Jahres zu torpedieren, was die aktuelle Krise in einen langfristigen strukturellen Mangel auf dem Weltmarkt für Lebensmittel verwandeln würde.
Breiterer Kontext: »Frieden durch Stärke« als Antwort auf Aggression
Die Position von Baiba Braže fügt sich in einen breiteren Diskurs ein, den sie zur russischen Politik führt. In jüngsten Auftritten betonte die lettische Ministerin, dass Europa und die USA den Ansatz des »Friedens durch Stärke« gegenüber Russland fortsetzen müssten, da diplomatische Zugeständnisse die Eskalation nicht stoppen. Die Erklärung über das »Verhungernlassen der Welt« stellte im Wesentlichen eine öffentliche Feststellung dar, dass, nach Einschätzung Rigas, der Kreml die Ernährungssicherheit bewusst als Instrument geopolitischen Drucks einsetzt.