Zum Abschluss des ersten Tages des BRICS-Gipfels, der am 12.–13. September 2026 in der indischen Hauptstadt stattfand, erklärte der indische Premierminister Narendra Modi offiziell die Erreichung eines Konsenses zwischen den Teilnehmern. In der in Neu-Delhi angenommenen Deklaration unterstrichen die Leader die Bedeutung eines nachhaltigen und inklusiven globalen Wirtschaftswachstums sowie der Ausweitung der kulturellen Zusammenarbeit und des Menschen Austauschs zwischen den Ländern. Die Formulierungen des Dokuments legen die allgemeine Richtung der weiteren Arbeit der Organisation fest, in einer Lage, die, so die Einschätzung der Teilnehmer selbst, durch anhaltende regionale Konflikte und eine wachsende Fragmentierung der internationalen Ordnung gekennzeichnet ist.
Multilateralismus, Multipolarität und Reform der globalen Governance
Im Zentrum der Erklärung steht die Bestätigung des Engagements für die Stärkung des Multilateralismus und der Multipolarität sowie die Achtung des Völkerrechts. Die Leader riefen zu einer Erweiterung der Teilnahme und einer wesentlichen Vertretung aufstrebender Märkte, Entwicklungsländer und am wenigsten entwickelter Staaten in globalen Prozessen und Entscheidungsmechanismen auf. Parallel wurde im Dokument die Bereitschaft zur Reform und Verbesserung der globalen Governance in Richtung einer gerechteren, gleichberechtigteren, nachhaltigeren, effizienteren, repräsentativeren und verantwortungsvolleren internationalen und multilateralen Ordnung festgehalten, was, so die Verfasser der Deklaration, breite Konsultationen, gemeinsamen Beitrag und gemeinsame Vorteile erfordert.
Kritik einseitiger Maßnahmen und der Zurückhaltung von Mitteln
Ein eigener Block der Deklaration ist der Position gegenüber einseitigen Praktiken gewidmet. Die BRICS-Leader äußerten ihr Unverständnis gegenüber einseitigen Versuchen, die Funktionsfähigkeit globaler multilateraler Institutionen zu untergraben, einschließlich insbesondere der vorsätzlichen Zurückhaltung zugewiesener Mittel, die ihrer Einschätzung nach der Erfüllung der Mandate dieser Organisationen im Wege steht. Dieser Punkt wird in verschiedenen Veröffentlichungen als breiteres Signal gegen einseitige Beschränkungsmaßnahmen interpretiert, obwohl im eigentlichen Text der Fokus auf den Finanzierungs- und Funktionsmechanismen internationaler Strukturen liegt.
Friedliche Regelung und präventive Diplomatie
Angesichts anhaltender Konflikte in vielen Regionen und wachsender Polarisierung riefen die Leader zur friedlichen Beilegung internationaler Streitigkeiten durch Dialog, Konsultationen und Diplomatie auf. In der Erklärung wird die Bedeutung der präventiven Diplomatie und der Vermittlung, die mit dem Einverständnis aller beteiligten Parteien durchgeführt werden, zur Verhinderung von Krisen und Vermeidung einer Eskalation von Konflikten im Einklang mit den Zielen und Grundsätzen der UN-Charta betont. Die Verfasser des Dokuments anerkannten auch, dass die gegenwärtigen globalen Herausforderungen eng miteinander verknüpft sind, dem Wirtschaftswachstum im Wege stehen und die bestehende Entwicklungslücke zwischen Ländern und Regionen vertiefen; daher spielen die nachhaltige Entwicklung und das inklusive Wachstum auf der Agenda der Vereinten Nationen eine besondere Rolle.
KI, kultureller Austausch und Übergabe des Vorsitzes an China
Die Deklaration hält fest, dass die künstliche Intelligenz enorme Möglichkeiten bietet, um das Wirtschaftswachstum und die nachhaltige Entwicklung aller Länder zu fördern. Die Leader bestätigten die Bedeutung des Menschen Austauschs im Rahmen von BRICS zur Stärkung des gegenseitigen Verständnisses, der Freundschaft und der Zusammenarbeit und riefen auf, die Achtung der kulturellen Vielfalt, den Schutz des kulturellen Erbes, Innovation und Kreativität zu fördern. Das Dokument schließt mit einer politischen Entscheidung: Die BRICS-Staaten erklärten ihre Unterstützung für die Übernahme des Vorsitzes durch China im Jahr 2027 und die Durchführung des 19. BRICS-Gipfels auf dem Gebiet der Volksrepublik China.
Widersprüchliche Angaben
Beim Abgleich der Versionen ergeben sich mehrere Abweichungen, die wichtig sind. Erstens das Datum der Festlegung der Ergebnisse: Einige Quellen datieren die Annahme der Deklaration auf den 12. September, während andere, einschließlich Materialien, die am 13. September erschienen, von Ergebnissen sprechen, die zum Abschluss des ersten Tages des am 12.–13. September stattfindenden Gipfels gezogen wurden. Zweitens der Fokus in den Formulierungen: Der offizielle Text legt den Schwerpunkt auf die „vorsätzliche Zurückhaltung zugewiesener Mittel“ durch multilaterale Institutionen, während eine Reihe von Medien-Versionen diesen Abschnitt als direkte Verurteilung einseitiger Sanktionen deutet. Drittens wird in einer der Veröffentlichungen angemerkt, dass die Ukraine in der Schlussdeklaration nicht erwähnt wird, was als stilistische Wahl des Dokuments und nicht als eigenständige politische Position gewertet werden kann. Diese Unterschiede ändern den allgemeinen Inhalt der Deklaration nicht, weisen aber auf die Variabilität der Darstellung in verschiedenen Quellen hin.