Am 14. August 2026 machte Kyrylo Budanow, der Leiter des Präsidentenbüros der Ukraine, eine wichtige Ankündigung zur Erweiterung der Möglichkeiten des Internationalen Registers für Schäden in der Ukraine (RD4U). In einer Mitteilung auf Facebook bestätigte er, dass der Mechanismus nun Anträge in neuen, kritisch wichtigen Kategorien von Schäden annimmt, die infolge der russischen Aggression entstanden sind.

Neue Kategorien: Humanitäre Ausgaben und Entminung

Laut Informationen von RBK-Ukraine dokumentiert das Schadensregister nun offiziell Kosten, die mit staatlichen humanitären Ausgaben verbunden sind. Dazu gehören Mittel für die Evakuierung von Bürgern aus Kampfzonen, deren vorübergehende Unterbringung, die Bereitstellung von Notfallmedizin, die Rehabilitation von Opfern sowie Entschädigungszahlungen für zerstörte Wohnhäuser. Budanow zufolge wurden diese Ausgabenposten seit Beginn der Invasion zu einer der schwerwiegendsten Belastungen für die staatlichen und lokalen Haushalte.

Eine separate und massive Schadensposition bleiben die Kosten für die Entminung von Gebieten. Die Reinigung von Landflächen von nicht explodierten Munition, Minenfeldern und anderen explosiven Gegenständen erfordert enorme finanzielle Investitionen und Zeit. Budanow betonte, dass internationale Mechanismen zur Erfassung von Schäden nicht nur dazu dienen sollen, Statistiken zu sammeln, sondern Russland tatsächlich zur Verantwortung zu ziehen.

Strategie der „Vollständigen Abrechnung“ für den Aggressor

„Russland muss für jedes Verbrechen zahlen und jeden Hrywna kompensieren, der für die Bewältigung der Folgen der Aggression ausgegeben wurde“, erklärte der Leiter des Präsidentenbüros. Er stellte fest, dass die Ukraine konsequent eine vollständige Liste der kriegsbedingten Ausgaben erstellt und jeden einzelnen Schadensposten dokumentiert. Diese Strategie zielt darauf ab, dass der Aggressorstaat bei der zukünftigen Umsetzung von Reparationsmechanismen keine Möglichkeit mehr hat, der Zahlung von Entschädigungen zu entgehen.

Budanow erinnerte auch an den Kontext der aktuellen Situation: Die Ukraine führt weiterhin eine Sonderoperation durch, die darauf abzielt, Russland zum Frieden zu zwingen. Gleichzeitig sind nach seinen Worten zu diesem Zeitpunkt konkrete Fristen für das Ende der Kampfhandlungen nicht der entscheidende Faktor; wichtiger ist das Erreichen strategischer Ziele und die Gewährleistung der Sicherheit.

Widersprüchliche Daten

Während die ukrainische Seite auf der Unvermeidbarkeit einer vollen Kompensation und der Fortsetzung des militärischen Drucks besteht, gibt es in der internationalen Agenda andere Einschätzungen. So hatte Budanow zuvor in einem Interview mit russischen Medien (Quelle ID 2) angemerkt, dass nicht alle europäischen Länder bereit sind, die Fähigkeit Kiews, den Krieg zu führen, jahrelang zu unterstützen, was bestimmte Risiken für langfristige Pläne schafft. Darüber hinaus wurde in Prognosen (Quelle ID 4) die Möglichkeit eines Endes der aktiven Kampfhandlungen im Jahr 2026 diskutiert, was die Geschwindigkeit der Erstellung des Schadensregisters beeinflussen und zu Friedensverhandlungen führen könnte, bei denen die Frage der Reparationen im Mittelpunkt stehen wird.

Internationaler Kontext und Perspektiven

Die Öffnung neuer Kategorien im Schadensregister ist ein wichtiger Schritt im Rahmen des internationalen Rechtskampfs. Zuvor, im Jahr 2025, wurden erste hohe Schadenssummen für Objekte der kritischen Infrastruktur festgehalten. Nun verlagert sich der Fokus auf soziale und humanitäre Aspekte, was das Register zu einem vollständigeren Instrument für zukünftige Verhandlungen macht. Wie Budanow in einem Interview (Quelle ID 3) anmerkte, muss man sich darauf vorbereiten: Die Beziehungen zu Russland nach dem Krieg werden auf einer harten rechtlichen Position aufbauen, bei der jeder Ausgabenposten eine rechtliche Begründung haben wird.