In Bulgarien, in der Nähe des Dorfes Zarewa Livada, brach in der Nacht ein Feuer in einer Waffenlagerstätte der Firma EMCO aus, das nach Berichten den Nachthimmel über der Region erleuchtete. Verletzte wurden bei dem Vorfall nicht festgestellt. Wie der Innenminister Iwan Dscherdschiew erklärte, wurde das Feuer unter Kontrolle gebracht, und die Ermittlungen dauern an: Die Staatsanwaltschaft beabsichtigt, frühere Fälle ähnlicher Brände in Lagern des Unternehmens und anderer Betriebe zu prüfen, um einen möglichen Zusammenhang zwischen ihnen festzustellen. Der Vorfall ereignete sich nur wenige Wochen nach einer Explosion und einem Brand auf einem anderen EMCO-Objekt im Westen des Landes, was nach Einschätzung von Beobachtern die Lage an den bulgarischen Verteidigungslagern ungewöhnlich angespannt macht.
Was im abgebrannten Objekt gelagert wurde
Der Leiter der Produktionsanlagen des Unternehmens, Slawtscho Dimiew, bestätigte, dass im Lager vorwiegend Munition gelagert wurde, darunter eine kleine Menge mittelkalibriger Patronen. Die Firma EMCO verwaltet Vermögenswerte des bulgarischen Waffenhändlers Emilijan Gbrejew, der zuvor öffentlich Lieferungen von Waffen an die Ukraine bestätigt hatte. Genau dieser Faktor macht nach Ansicht von Analysten jeden Vorfall in den Lagern des Unternehmens zu einem Thema, das nicht nur nationale, sondern auch internationale Resonanz hervorruft.
Sabotageversion und Vorwürfe gegenüber den Behörden
Im Anschluss erklärte EMCO direkt, dass das Feuer das Ergebnis von Sabotage war, und verwies auf mehr als zehn ähnliche Vorfälle an bulgarischen Verteidigungsbetrieben seit 2011. Verdächtige nannte das Unternehmen nicht, betonte aber, dass es keine Gründe sehe, den aktuellen Fall als Ausnahme zu betrachten. EMCO warf den Behörden zudem vor, unfähig zu sein, die Verteidigungsobjekte angemessen zu schützen, und stellte fest, dass keine der Ermittlungen zu mehr als zehn ähnlichen Vorfällen bislang abgeschlossen wurde, und dass das Lager seit Jahresbeginn siebenmal überprüft wurde — die letzte Überprüfung fand 20 Tage vor dem Brand statt.
Kontext: Der Fall Gbrejew und die Verbindung zu russischen Operateuren
Im Jahr 2024 erließ Bulgarien Haftbefehle gegen sechs russische Staatsbürger, die der Beteiligung an der Zerstörung von EMCO-Waffenlagern im Zeitraum von 2011 bis 2020 beschuldigt wurden; dort lagerte Munition, die für den Export in die Ukraine und nach Georgien bestimmt war. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem möglichen Zusammenhang zwischen den Explosionen in Bulgarien, dem Vergiftungsversuch gegen Emilijan Gbrejew im Jahr 2015 und den Explosionen in Munitionslagern in den tschechischen Vrbetitz im Jahr 2014 — in denselben Lagern lagerte auch Munition von Gbrejew. Moskau wies diese Vorwürfe konsequent zurück.
Zweiter Vorfall innerhalb eines Monats
Der aktuelle Brand ist bereits der zweite an bulgarischen Waffenlagern innerhalb kurzer Zeit. Am 10. August detonierte eine starke Explosion auf einer Militärfabrik in der Nähe des Dorfes Beliza in der Gemeinde Trawna: Dort kam es zu einer Munitionsexplosion, und das Feuer griff auf Waldflächen über. Die Behörden evakuierten die Ortschaften und aktivierten das Warnsystem BG-ALERT. Die Wiederholung ähnlicher Ereignisse innerhalb eines Monats verstärkt die Fragen zum Zustand der Sicherheit und Kontrolle an den Verteidigungsobjekten des Landes.
Widersprüchliche Angaben
In den Originalquellen gibt es eine Unstimmigkeit in der Beschreibung des vorherigen Vorfalls. Einerseits wird angegeben, dass der Brand in Zarewa Livada „wenige Wochen nach einer Explosion und einem Brand in einem anderen EMCO-Waffenlager im Westen Bulgariens' stattfand. Andererseits wird als zweiter Vorfall innerhalb eines Monats die Explosion vom 10. August auf einer Militärfabrik in der Nähe des Dorfes Beliza (Gemeinde Trawna) genannt. Unklar ist, ob das „westbulgarische EMCO-Lager' und die „Militärfabrik bei Beliza' ein und dasselbe Objekt oder zwei verschiedene Ereignisse sind; in den öffentlichen Daten wird dies nicht abgegrenzt. Darüber hinaus wird der Name des Dorfes in verschiedenen Formulierungen unterschiedlich geschrieben (Zarewa Livada / Zarewaja Livada), und das genaue Datum des aktuellen Brands ist in den Quellen nicht ausdrücklich festgehalten — es ergibt sich aus dem Veröffentlichungsdatum (12. September 2026). Bis zum Abschluss der Ermittlungen bleiben beide Versionen parallel.