Der moldauische Nachrichtendienst (SIB) hat einen neuen Trend festgestellt, der sich auf die Rekrutierung von Staatsbürgern des Landes über Messenger-Dienste, vor allem Telegram, bezieht. Laut dem Leiter der Behörde, Alexandru Mustea, werden die Rekrutierten anschließend für Sabotageaktivitäten außerhalb Moldaus eingesetzt. Besonders betont wird, dass es nicht um die Einbindung in unmittelbare Kampfhandlungen geht, sondern um die Erfüllung von Aufklärungs- und Sabotageaufgaben.

Wie das Rekrutierungsschema funktioniert

Mustea erläuterte, dass auf der ersten Stufe den Bürgern vergleichsweise geringe Summen angeboten werden – je nach Aufgabe 20, 50 oder 100 Euro. Die ersten Aufträge wirken einfach: einen bestimmten Ort fotografieren, irgendwohin gehen und ein Bild machen, bestimmte Informationen prüfen. Wenn eine Person zustimmt und die Zusammenarbeit fortsetzt, steigen Belohnung und Schwierigkeitsgrad der Aufgaben schrittweise an.

Laut dem SIB-Leiter können die Aufträge bis zu dem Niveau „Geh hin, nimm eine Tasche und lege sie unter ein Auto' oder ähnlichen Handlungen reichen. Mustea bezeichnete solche Rekrutierten als „wertlose Agenten' und betonte, dass selbst die Erfüllung einer auf den ersten Blick einfachen Aufgabe ein Risiko darstellt: Schon der bloße Umstand, dass in Moldau Bürger vorhanden sind, die für 50 Euro bereit sind, loszugehen und ein Foto zu machen, klassifizierte er als Aufklärung vor Ort.

Verbindung zur Ukraine und gemeinsame Operationen

Der SIB-Leiter bestätigte, dass moldauische Staatsbürger für die Erfüllung verschiedener Aufgaben gerade auf dem Gebiet der Ukraine rekrutiert werden. Laut seinen Angaben haben moldauische und ukrainische Strafverfolgungsbehörden bereits gemeinsame Operationen durchgeführt, im Rahmen derer Personen festgenommen wurden, die in eine solche Tätigkeit einbezogen worden waren. Die moldauischen Geheimdienste haben ebenfalls mehrere Operationen durchgeführt, von denen ein Teil nicht öffentlich bekanntgegeben wurde. Mustea fügte hinzu, dass die Zahl der Bürger, die im Ausland in eine solche Tätigkeit einbezogen werden, wächst, und die Behörde bereitet sich auf eine mögliche Ausbreitung dieser Aktivität innerhalb des Landes vor.

Kontext: Serie von Sabotageakten in Europa

Die Erklärung des SIB-Leiters erfolgte vor dem Hintergrund einer Serie von Vorfällen in Europa, die mit Sabotageaktivitäten in Verbindung gebracht werden. Zuvor hatte Deutschland Russland öffentlich für den Angriff auf ein ukrainisches Flugzeug am Flughafen Leipzig verantwortlich gemacht. In Polen brach nachts in einer Fabrik, die Drohnen für die ukrainische und die polnische Armee herstellt, ein Feuer aus – die Geheimdienste suchen nach dem Eindringling, der das Gelände betreten hatte. In einer Munitionsfabrik bei Rom, die zum Unternehmen KNDS Ammo Italy gehört und mit der Ukraine zusammenarbeitet, gab es in der Presswerkstatt für Schwarzpulver eine Explosion und einen Brand; Verletzte gab es nicht.