Journalisten des Mediums Android Authority haben eine aktuelle Build des mobilen ChatGPT-Apps für Android (Version 1.2026.230) analysiert und im Code Textzeilen entdeckt, die das Funktionsprinzip einer neuen Funktion – geschützter Dialoge – detailliert beschreiben. Laut den gefundenen Beschreibungen kann der Benutzer jeden gespeicherten Chat sperren; danach werden dessen Name und Inhalt weder in der normalen Seitenleiste, im Verlauf noch in den Suchergebnissen innerhalb des Dienstes angezeigt. Der Zugriff auf einen solchen Chat ist nur nach Eingabe eines PIN-Codes oder einer Fingerabdruckprüfung möglich.

Wie der Dialogschutz funktionieren wird

Laut den im Code gefundenen Zeilen funktioniert der Schutzmechanismus nach dem Prinzip des „einmaligen Entsperrens“: Eine erfolgreiche Authentifizierung per PIN-Code oder Biometrie öffnet lediglich den Zugriff auf den konkreten gesperrten Chat, entfernt den Schutz aber nicht. Der Dialog bleibt im gesperrten Zustand, bis der Benutzer ihn selbst wieder in den normalen Modus versetzt. Somit wird der Chat auch nach dem Entsperren des Geräts nicht automatisch „entpackt“ angezeigt – jeder Zugriff auf den Inhalt erfordert eine separate Identitätsbestätigung des Eigentümers.

Unterschied zu den bereits verfügbaren temporären Chats

Android Authority betont, dass die Neuerung nicht mit den bereits vorhandenen temporären Chats verwechselt werden sollte. Letztere werden ihrer Natur nach nicht im Verlauf gespeichert: Nach Beendigung des Gesprächs ist ein Zurückkehren zu ihnen nicht möglich, und der gesamte Dialog wird gelöscht. Gesperrte Dialoge hingegen werden vollständig im Konto des Benutzers gespeichert und bleiben seinem Eigentümer jederzeit zugänglich – vorausgesetzt, er gibt einen PIN-Code oder einen Fingerabdruck ein. Laut der Beschreibung im Code kann auf diese Weise jeder gespeicherte Chat geschützt werden, nicht nur ein speziell erstellter „geheimer“ Chat.

Datentrennung und Arbeit mit dem Speicher

Auch für die Datenverarbeitung haben die Entwickler einen besonderen Ansatz vorgesehen. Gesperrte Chats können Informationen aus dem gemeinsamen Speicher von ChatGPT nutzen, jedoch werden neue Informationen, die das Neuronetz während des geschützten Dialogs speichert, nicht in normale Dialoge übertragen und bleiben „eingesperrt“ innerhalb der einzelnen geschützten Chats. Mit anderen Worten: Informationen aus solchen Dialogen gelangen nicht automatisch in den gemeinsamen Speicher des Modells, was das Risiko eines Lecks sensibler Kontexte in alltägliche Gespräche mit dem Assistenten verringert.

Status der Funktion und Startzeitplan

Obwohl in der neuen Build bereits recht detaillierte Beschreibungen der bevorstehenden Funktion vorhanden sind, hat OpenAI ihren offiziellen Start noch nicht angekündigt. Daher bleibt unklar, ob der Dialogschutz für alle Benutzer verfügbar sein wird und wann genau er in der Release-Version der App erscheinen könnte. Derzeit basiert die Information ausschließlich auf den Ergebnissen der Codeanalyse und wurde weder durch eine Pressemitteilung noch durch eine Erklärung des Entwicklers bestätigt.

Widersprüchliche Daten

Direkte Widersprüche in Daten oder Zahlen zwischen den Quellen wurden nicht festgestellt: Beide Verweise beziehen sich auf dieselbe Build-Version für Android (1.2026.230) und auf dieselbe Entdeckungsquelle – Android Authority. Die einzige Einschränkung betrifft den Status der Funktion: Technisch wurde ihr Vorhandensein durch die Codeanalyse bestätigt, jedoch sind der tatsächliche öffentliche Start und dessen Zeitpunkt von OpenAI nicht bestätigt. Daher ist es korrekt, nicht von einem fertigen Produkt zu sprechen, sondern von den im Code gefundenen Beschreibungen einer zukünftigen Möglichkeit, die vor dem Release veröffentlicht, geändert oder abgesagt werden kann.