Manchmal sind die Dinge, die den Alltag am stärksten verändern, so einfach, dass man sie in keinem Motivationsbuch findet. In einer Diskussion auf Reddit teilten Nutzer ihre eigenen „Cheats“ – Gewohnheiten und Prinzipien, die ihnen damals unerwartet den Alltag und ihre Beziehungen erleichtert hatten. Die Redaktion von Styler hat die besten dieser Antworten gesammelt, und sie haben etwas gemeinsam: Keines davon erfordert Geld, Spezialwissen oder ein Jahr Therapie. Meistens handelt es sich einfach um einen Perspektivwechsel in einer vertrauten Situation.
„Nein“ sagen ohne zehn Minuten Erklärung
Eine der beliebtesten Antworten war erstaunlich kurz. Ein Nutzer gestand, dass sich sein Leben verändert habe, als er aufhörte zu glauben, jede Ablehnung brauche eine lange Begründung. „Ich habe gelernt, „Nein“ zu sagen, ohne zehn Minuten lang zu erklären. Danach wurde das Leben verdächtig leichter“, schrieb er. Ein anderer Teilnehmer fügte einen praktischen Trick hinzu: Wenn der Gesprächspartner versucht, eine Erklärung für die Ablehnung zu erzwingen, schweigt er einfach ein paar Sekunden. Nach seiner Beobachtung bricht die Stille den Gegenüber oft – und dieser beginnt selbst zu sprechen, was einen von der Pflicht befreit, sich zu rechtfertigen.
Werde der Erwachsene, der dir gefehlt hat
Ein weiterer Rat schlägt vor, in die eigene Kindheit zurückzukehren und nachzudenken, was man damals am meisten von Erwachsenen hätte haben wollen: Sicherheit, Liebe, Geduld oder Unterstützung. Und dann versuche, all das sich selbst im Erwachsenenalter zu geben. „Sei der Erwachsene, den du gebraucht hättest, und sei sanft zu dir selbst. Du verdienst diese Güte“, schrieb der Autor. Eine andere Nutzerin antwortete, dass sie ein ähnliches Prinzip nach Gesprächen mit ihrer Psychotherapeutin anwende: In stressigen Situationen mit ihren eigenen Kindern stelle sie sich vor, welche Reaktion sie von ihren Eltern gewünscht hätte, wenn sie selbst ein Kind wäre.
Im selben Sinne – ein Rat zur Bewegung: „Trainiere buchstäblich 30 Minuten am Tag, und alle Aspekte deines Lebens werden sich verändern“. Diese Empfehlung hat eine echte wissenschaftliche Grundlage. Laut den US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (CDC) kann bereits eine Sitzung körperlicher Aktivität mittlerer oder hoher Intensität unmittelbare Vorteile bringen – insbesondere die Verbesserung der Schlafqualität und die Verringerung von Angstgefühlen. Regelmäßige Bewegung ist außerdem mit langfristigen Vorteilen für Herz, Gehirn, Knochen und Gewichtskontrolle verbunden. Deshalb muss man für diesen „Cheats“ nicht zum Stammkunden eines Fitnessstudios werden: Es geht vor allem um regelmäßige Bewegung, nicht um erschöpfendes Training.
„Langsam ist stabil, und stabil ist schnell“
Dieses Prinzip hat eine Nutzerin als Kellnerin verinnerlicht. Ihre Kollegen versuchten, alles so schnell wie möglich zu erledigen, aber wegen der Eile verschütteten sie Getränke, vergaßen Soßen und verursachten Chaos. Sie lernte, etwas langsamer zu werden und alles gleich richtig zu machen. Am Ende kostete es die anderen viel mehr Zeit, Fehler zu beheben, als sie für die ruhige Ausführung der Arbeit brauchte. Das Prinzip lässt sich leicht über das Restaurant hinaus übertragen: Manchmal sparen ein paar zusätzliche Minuten zur Überprüfung der Arbeit viel mehr Zeit bei der Überarbeitung.
Entschuldigung ohne Selbstverteidigung
Ein weiterer Nutzer schlug eine Regel für Situationen vor, in denen man wirklich etwas falsch gemacht hat: Entschuldigungen nicht in Selbstrechtfertigung zu verwandeln. „Wenn du dich bei jemandem entschuldigst, versuche nicht, dein Verhalten zu rechtfertigen, schiebe die Schuld nicht auf jemand anderen – sag einfach, dass es dir leid tut, und beende dann das Gespräch“, schrieb er. Die Logik ist einfach: Je mehr ein Mensch erklärt, warum er so gehandelt hat, desto mehr Gründe entstehen für einen neuen Streit. Die Psychologie bestätigt dies teilweise. Die American Psychological Association stellt fest, dass sich Menschen nach dem Verursachen von Schaden zwischen dem Wunsch, ein positives Selbstbild zu wahren, und der Notwendigkeit, Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen, befinden, und dass Selbstrechtfertigung einem echten Schuldeingeständnis im Weg stehen kann. Einfach gesagt: Wenn man wirklich schuld ist, sollte die Entschuldigung nicht zum Beweis dafür werden, dass man „eigentlich nicht ganz schuld ist“.
Spare nicht an dem, was zwischen dir und dem Boden liegt
Dieser Rat klingt seltsam, bis man die Fortsetzung liest: „Spare nicht an den Dingen zwischen dir und dem Boden. Reifen, Schuhe, Sofa, Bett usw.“. Die Idee besteht nicht darin, immer das Teuerste zu kaufen, sondern darauf, achtsamer damit umzugehen, was man ständig benutzt und wovon Komfort und Sicherheit abhängen. Bequeme Schuhe, eine normale Matratze oder hochwertige Autoreifen können eine vernünftigere Ausgabe sein als Dinge, die man nur ein paar Mal benutzt. Zusammen bilden all diese „Cheats“ ein einfaches Bild: Nachhaltige Erleichterung im Leben bringen meist keine großen Investitionen und keine komplexen Systeme, sondern einige bewusste Gewohnheiten – in der Kommunikation, im Umgang mit sich selbst und in der Wahl der Dinge, mit denen wir täglich in Berührung kommen.