Im globalen technologischen Wettstreit zwischen den USA und China zeigt sich eine bemerkenswerte Synchronizität der Aktionen. Kaum hatten Vertreter der amerikanischen Künstlichen-Intelligenz-Industrie über die Notwendigkeit neuer Beschränkungen für chinesische Entwicklungen gesprochen, kündigten die Behörden der Volksrepublik China ihre eigene Gegenmaßnahme an. Laut dem Financial Times plant Peking, die Kontrolle über den Export fortschrittlicher Chips und KI-Modelle zu verschärfen.

Schutz der technologischen Souveränität

Das Nachrichtenagentur Reuters berichtete zuvor, dass chinesische Beamte im laufenden Monat aktiv Treffen mit Führungskräften der lokalen Technologiebranche abhalten. Das Hauptziel dieser Treffen ist die Entwicklung von Mechanismen zur Einschränkung der Lieferungen fortschrittlicher Chips chinesischer Herstellung und KI-Modelle in bestimmte Länder. Darüber hinaus beabsichtigen die Behörden, eine zuverlässige Barriere gegen die Übernahme vielversprechender chinesischer Start-ups durch ausländisches Kapital zu errichten.

Ein leuchtendes Beispiel für diese Politik war die jüngste Geschichte mit dem Start-up Manus. Das Unternehmen konnte nicht unter die Kontrolle des amerikanischen Konzerns Meta Platforms übergehen, genau wegen der harten Haltung der chinesischen Regulierungsbehörden, die den Deal blockierten.

Kontrolle von Daten und „offenen Gewichten“

Die chinesische Führung führte auch präventive Gespräche mit Branchenriesen wie Alibaba, ByteDance und Zhipu. Thema des Gesprächs war die Einschränkung der grenzüberschreitenden Datenübertragung, die zum Training von neuronalen Netzen verwendet wird. Insbesondere bestehen die Beamten darauf, dass Modelle mit offenen Gewichten (open weights) vor dem freien Download durch ausländische Nutzer geschützt werden.

Im Bereich der Halbleiter erwägt Peking ein Verbot für ausländische Unternehmen, Chips zu produzieren, in denen Technologien verwendet werden, die von chinesischen Konkurrenten entwickelt wurden. Dies könnte zu einer Aktualisierung des Katalogs der exportverbotenen Technologien führen, der zuletzt im Jahr 2025 erweitert wurde.

Risiken für die inländische Branche

Geplant ist auch die Einführung eines Verbots für Geschäfte mit ausländischen Investoren, die es ihnen ermöglichen, die Kontrolle über strategisch wichtige chinesische Technologien, einschließlich Agenten-KI, zu erlangen. Alle diese Änderungen werden erst nach detaillierter Diskussion mit Vertretern der Industrie eingeführt.

Dennoch unterstützen nicht alle Marktteilnehmer die harte Linie. Wie das Financial Times feststellt, haben einige Experten Bedenken geäußert, dass neue restriktive Maßnahmen die Entwicklung der eigenen chinesischen Künstlichen-Intelligenz-Industrie verlangsamen könnten, indem sie sie vom globalen Markt isoliert.