Im Autonomen Gebiet Innere Mongolei, in der Nähe der Stadt Mandulatu, wurde der weltweit größte Batteriekomplex DongSu erfolgreich erstmals in Betrieb genommen und mit dem Stromnetz synchronisiert. Das Ereignis am 3. August 2026 war ein Meilenstein für die Weltenergie: Die Anlage mit einer Leistung von 1 GW und einer Kapazität von 4 GWh wurde beim ersten Versuch ans Netz angeschlossen. Dieses Großprojekt, umgesetzt von der Firma Wanbang Digital Energy, demonstriert den Übergang von einfachen Energiespeichern zu komplexen Systemen, die in der Lage sind, Netzeigenschaften zu bilden.

Technologischer Durchbruch: Vom Speicher zum „Netzformer'

Das Hauptmerkmal des DongSu-Komplexes ist weniger seine physische Größe, sondern die Einführung der fortschrittlichen Grid-Forming-Technologie („Netzbildung'). Herkömmliche Wechselrichter arbeiten im Grid-Following-Modus und orientieren sich an der bereits im Stromnetz vorhandenen Frequenz und Spannung. Im Gegensatz dazu können die Wechselrichter von DongSu Referenzparameter für Spannung und Frequenz eigenständig erzeugen und reagieren sofort auf Störungen im Leistungsgleichgewicht.

Diese Fähigkeit macht die Anlage zu einem einzigartigen Instrument zur Stabilisierung von Stromnetzen mit einem hohen Anteil erneuerbarer Energien (EE). Im Falle eines schweren Unfalls, bei dem das Netz vollständig die Spannung verliert, können solche Umrichter einen Neustart ohne externe Stromversorgung gewährleisten und fungieren als „Black Start' für das gesamte System.

Wirtschaftlichkeit des Projekts und Rolle im Stromnetz der Inneren Mongolei

Die Investitionen in den Bau des Komplexes beliefen sich auf etwa 3 Milliarden Yuan (ca. 445 Millionen USD). Die Anlage, die eine Fläche von rund 28 Hektar einnimmt, ist mit Lithium-Eisen-Phosphat-(LFP)-Batterien ausgestattet. Bei Nennleistung von 1 GW ermöglicht der Energiespeicher der Anlage, Strom über vier Stunden abzugeben. Es wird erwartet, dass der Komplex pro Jahr etwa 1 TWh Strom ins Netz einspeisen wird.

Für die Region Innere Mongolei, in der sich die Wind- und Solarenergieerzeugung dynamisch entwickelt, sind solche Möglichkeiten von entscheidender Bedeutung. Aufgrund der Wetterinstabilität schwankt die Leistung der EE ständig. DongSu wird nicht nur Energie umverteilen können (Laden bei Überschuss und Abgabe in Spitzenzeiten), sondern auch die stabilisierende Rolle traditioneller Synchron-Generatoren übernehmen und so die Netzstabilität gewährleisten.

Strategischer Kontext: Energieplan Chinas 2026–2030

Der Start von DongSu fügt sich ideal in die neue Energiepolitik der VR China ein. Der Entwicklungsplan für erneuerbare Energien für die Jahre 2026–2030 sieht den massiven Einsatz von Ausrüstung mit Grid-Forming-Funktion sowie die Koordination von Kraftwerken mit Speichern für eine genauere Prognose der Erzeugung vor.

Bis Ende 2025 wurden in China bereits 136 GW/351 GWh neuer Speicher in Betrieb genommen, wobei Lithium-Ionen-Systeme mit einem Anteil von 96,1 % dominierten. Der neue DongSu-Komplex bestätigt die Führungsrolle des Landes im Bereich der Energiespeicherung und seinen Bestreben, ein vollständig nachhaltiges „grünes' Stromnetz zu schaffen.