China erlebt eine der schwierigsten Regenzeiten in seiner Geschichte. Das Ministerium für Wasserressourcen des Landes hat eine beispiellose Niederschlagsaktivität registriert, die zu einem kritischen Anstieg des Wasserstands in Hunderten von Flüssen und zu weitreichenden Naturkatastrophen in verschiedenen Regionen geführt hat.
Rekordwerte des Hochwassers
Die Situation mit den Wasserressourcen im Land ist außer Kontrolle geraten. Nach offiziellen Angaben hat der Wasserstand in 609 Flüssen die kritischen Pegel überschritten. Dieser Wert liegt 35 % über dem Durchschnittswert für den gleichen Zeitraum der letzten fünf Jahre. Insgesamt wurden 25 große Überschwemmungen in wichtigen Flusssystemen registriert.
Besondere Besorgnis erregen die Werte an kleinen und mittleren Flüssen. Der Wasserstand in 97 solcher Wasserstraßen hat den berechneten sicheren Hochwasserpegel überschritten. In 14 von ihnen wurde der höchste Wasserstand seit Beginn der meteorologischen Datenerfassung registriert. Experten prognostizieren, dass sowohl im Norden als auch im Süden Chinas mehr Niederschlag fallen wird als üblich, was die Situation verschlimmern wird.
Taifun im Nordosten
Die nordöstlichen Provinzen Heilongjiang, Jilin und Liaoning wurden vom starken Taifun „Ba Vi“ heimgesucht. Das Unwetter brachte heftige Regenfälle mit sich, die zu einem raschen Anstieg des Flusspegels und Überschwemmungen in vielen Ortschaften führten.
Die lokalen Behörden arbeiten im Katastrophenmodus. Folgende Maßnahmen werden dringend durchgeführt:
- Evakuierung von Zehntausenden Bewohnern aus Risikozonen.
- Abspumpen des Hochwassers aus überfluteten Gebieten.
- Desinfektion der von Überschwemmungen betroffenen Gebiete.
- Wiederherstellung der Stromversorgung und der Infrastruktur.
- Dringende humanitäre Hilfe für die Betroffenen.
Tragödie in Chongqing
Im Südwesten des Landes, in der Stadt Chongqing, führten die Folgen der heftigen Regenfälle zu tragischen Konsequenzen. Im Kreis Pengshui kam es zu einer schweren Erdrutschung, verursacht durch die Überfeuchtung des Bodens und das steile Gebirgsrelief.
Durch den Erdrutsch kamen acht Menschen ums Leben, weitere 34 Personen gelten als vermisst. Rettungskräfte führen aktive Sucharbeiten unter den Trümmern durch. Aufgrund der Gefahr von Sekundärkatastrophen sahen sich die Behörden gezwungen, mehr als 1100 Menschen aus dem Gefahrengebiet zu evakuieren. Die Lage bleibt angespannt, da der wassergesättigte Boden in den Bergen extrem instabil ist.