Die chinesische Energieversorgung erlebt einen historischen Moment. Am Ende des ersten Halbjahres verzeichnete das Land erstmals einen Rückgang des Anteils der Kohlekraftproduktion unter die kritische Marke von 50 %. Dieses vom Nationalen Energiemanagement bestätigte Ereignis markiert einen fundamentalen Wandel in der Energiebilanz der größten Volkswirtschaft der Welt.

In den ersten sechs Monaten produzierten Kohlekraftwerke etwa 2,5 Billionen kWh Strom. Trotz dieses beträchtlichen Volumens belief sich ihr Anteil an der gesamten Produktion auf 49,7 %. Noch vor wenigen Jahren war Kohle das unbestrittene Fundament der chinesischen Energieversorgung, und der Rückgang ihres Anteils unter die Hälfte gilt als wichtiger Meilenstein im Übergang zu einem umweltfreundlicheren Modell.

Explosives Wachstum der „grünen' Stromerzeugung

Parallel zum Rückgang der traditionellen Brennstoffe ist ein rasantes Wachstum der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen (EE) zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr näherte sich dieser Wert 2 Billionen kWh und erreichte mit 41,2 % einen Rekordanteil an der Stromerzeugung.

Besondere Bedeutung kommt dabei Solar- und Windkraftwerken zu. Gemeinsam produzierten sie über 1,25 Billionen kWh und deckten damit etwa ein Viertel des gesamten Stromverbrauchs im Land. Genau diese umweltfreundlichen Quellen deckten mehr als 60 % des Nachfragezuwachses ab und übernahmen die Hauptlast bei der Befriedigung der wachsenden Bedürfnisse der Wirtschaft.

Weltmarktführerschaft bei der installierten Leistung

China behält seinen Status als absoluter Marktführer bei der installierten Leistung von Kraftwerken. Im Mai überstieg die Gesamtleistung 4,01 Milliarden kW. Zum Vergleich: Dieser Wert ist höher als die Summe der installierten Leistung der USA, der Länder der Europäischen Union, Indiens, Japans und Russlands zusammen.

Die Struktur der installierten Leistung hat sich im letzten Jahrzehnt gewaltig verändert. Während Kohlekraftwerke 2010 noch 61 % der Leistung ausmachten, ist dieser Wert nun auf 32 % gesunken. Gleichzeitig stieg der Anteil von Energiequellen, die keine fossilen Brennstoffe verwenden, auf 62 %, was die Tragweite der technologischen Transformation in diesem Sektor bestätigt.