Im August 2026 erlebte die Welt der erneuerbaren Energien einen historischen Moment. Ein gemeinsames Team chinesischer und kanadischer Forscher führte umfassende Feldtests durch und errichtete die weltweit erste vollwertige Solaranlage mit Perowskit-Elementen. Dieses Ereignis markiert den Übergang der Technologie vom Labor in den tatsächlichen industriellen Einsatz und demonstriert das Potenzial von Perowskiten als ernstzunehmende Alternative zum dominierenden Silizium.
Technologischer Durchbruch: Von der Tintenstrahldrucktechnik bis zu Rekordwirkungsgraden
Der entscheidende Vorteil von Perowskit-Solarmodulen liegt in ihrer Herstellungsmethode. Im Gegensatz zu schweren und energieintensiven Siliziumwafern werden Perowskit-Elemente mittels Tintenstrahldruck auf dünnen, flexiblen Folien erzeugt. Dies senkt nicht nur die Kosten, sondern reduziert auch das Gewicht der Konstruktion und eröffnet neue Möglichkeiten für die Montage. Im Rahmen von Tests, die von Wissenschaftlern der Universität Nanking gemeinsam mit dem Unternehmen Renshine Solar durchgeführt wurden, wurde ein Rekordwirkungsgrad bestätigt.
Auf einem einzelnen Modul mit einer Fläche von 810 cm² erzielten die Forscher einen zertifizierten Wirkungsgrad von 24,0 %. Bei der Skalierung auf das Niveau einer Anlage, die aus 150 Modulen mit jeweils 0,72 m² besteht, betrug der durchschnittliche Wert 144 Watt, wobei das beste Modul eine Effizienz von 22,0 % und eine Leistung von 158,4 Watt zeigte. Dies stellte einen neuen Rekord für Perowskit-Module dieser Größe dar.
Feldtests: Perowskit gegen Silizium
Zur objektiven Bewertung der Technologie wurde eine Solaranlage mit einer Leistung von 1 MW auf Basis von Perowskit-Modulen errichtet, die sich in unmittelbarer Nähe zu einer Silizium-Anlage mit 3,5 MW befand. Der Vergleich der spezifischen Stromerzeugung über einen Zeitraum von drei Monaten (März, April, Mai) zeigte eine beständige Überlegenheit der neuen Technologie. Umgerechnet auf eine gleiche installierte Leistung erzeugte das Perowskit-System im März 3,42 %, im April 3,79 % und im Mai 5,81 % mehr Energie.
Bemerkenswert ist, dass der Vorteil der Perowskite mit steigender Lufttemperatur und Intensität der Sonneneinstrahlung zunahm. Dies deutet darauf hin, dass die neue Technologie besonders in heißen Klimazonen effizient ist, wo Siliziummodule aufgrund von thermischer Überhitzung oft an Leistung verlieren.
Das Problem der Haltbarkeit gelöst: Zweikomponenten-Beschichtung
Haupt Hindernis für die Kommerzialisierung von Perowskiten war lange Zeit ihre Instabilität gegenüber Feuchtigkeit und der Zerfall unter Umwelteinflüssen. Im Rahmen dieses Projekts wurde erfolgreich eine neue Rezeptur für eine Schutzbeschichtung der Solarzellen getestet. Die Technologie basiert auf einer Zweikomponenten-Zusammensetzung: Zuerst werden Jodsalze auf die Oberfläche aufgetragen, um eine starke Haftung zu gewährleisten, gefolgt von Bleiverbindungen.
Die Ergebnisse der Haltbarkeitstests waren beeindruckend. Nach 1300 Stunden Exposition gegenüber extremen Bedingungen (85 °C und 85 % Luftfeuchtigkeit) verloren die Module mit der neuen Beschichtung nur etwa 2 % ihrer ursprünglichen Effizienz. Zum Vergleich verloren Proben mit herkömmlicher Beschichtung in derselben Zeit 39 % ihres Wirkungsgrads. Die Module bestanden erfolgreich die komplexen Tests nach dem Standard IEC 61215, was die Technologie dem breiten industriellen Einsatz erheblich näherbringt.