Chinesische Astronomen haben eine umfassende Analyse von Daten abgeschlossen, die mit dem weltweit größten 500-Meter-Sphäralradioteleskop FAST (Five-hundred-meter Aperture Spherical Telescope) gewonnen wurden. Im Fokus standen 33 Sternsysteme mit Exoplaneten, die nach schmalbandigen Funksignalen technologischen Ursprungs abgesucht wurden. Solche Signale gelten als wichtige Indikatoren für potenzielle extraterrestrische Zivilisationen.

Kern der Entdeckung: Anomalien im System K2-155

Während der Himmelsbeobachtungen erregte ein Objekt in Richtung des Sternsystems K2-155, das 238 Lichtjahre von der Erde entfernt ist, besondere Aufmerksamkeit. Zuvor war dort ein Exoplanet in der habitablen Zone entdeckt worden. Das auf der Frequenz 1140,604 MHz empfangene Funksignal wies klassische Merkmale einer künstlichen Quelle auf: Es war schmalbandig und zeigte eine Doppler-Verschiebung, die auf eine Relativbewegung zur Erde hindeutete.

Widersprüchliche Daten

Trotz anfänglicher Übereinstimmung mit künstlichen Kriterien und dem Bestehen des Multistrahl-Koinzidenztests (das Signal wurde nur in einem der 19 Empfängerstrahlen von FAST registriert, was terrestrische Interferenzen ausschloss), brachte eine spätere Tiefenanalyse widersprüchliche Ergebnisse. Forscher entdeckten Polarisationsanomalien in nur einem einzigen Kanal, während benachbarte Kanäle diese vermissten, was die extraterrestrische Hypothese stark anzweifelte.

Experteneinschätzungen und Ausblick

Das Signal erhielt die offizielle Bezeichnung NBS 260108. Bislang hat die wissenschaftliche Gemeinschaft keine ausreichenden Beweise für eine echte Alien-Botschaft. Dennoch betonen Experten, dass die detaillierte Untersuchung dieses Vorfalls dazu beigetragen hat, die Filteralgorithmen für kosmische und irdische Störsignale deutlich zu verbessern.