Der nationale verdienstvolle akademische Volkschor имени Григория Веревки (nach dem Namen von Hryhorij Werewka) hat ein aktualisiertes Bühnenbild vorgestellt, das sich deutlich von den gewohnten Kostümen des Ensembles unterscheidet und bereits Anlass für eine lebhafte Diskussion in den sozialen Netzwerken gegeben hat. Das Video mit dem neuen Image hat der Chor auf Instagram veröffentlicht, und laut Angaben der Ausgabe Wave RBC.UA stand hinter der Aktualisierung des Bühnenstils eine Zusammenarbeit mit der ukrainischen Stickmarke SVARGA. Im Ensemble wurde erklärt, dass die Designer bei der Arbeit an den Kostümen auf traditionelle Ornamente und Sticktechniken aus verschiedenen Regionen der Ukraine zurückgriffen, um ein einheitliches, aber regional „zitierendes“ Bild zu schaffen.

Technik „Weiß auf Weiß“ und Ornamente aus verschiedenen Regionen

Die zentrale Entscheidung war die Ausführung der Frauenkleider und der Hemden in der Technik „Weiß auf Weiß“, die mit der Schetischowa-Stickerei der Poltawaer Region in Verbindung gebracht wird. Gleichzeitig wurden bei der Gestaltung der Kostüme Motive aus verschiedenen Teilen des Landes verwendet: auf den Frauenkleidern – Ornamente aus der Bukowina, auf den Herrenhemden – eine Interpretation der Stickerei aus dem Dorf Netrybaha in der Region Riwne, und auf den Schürzen – ein neu interpretiertes Pokuttja-Ornament, insbesondere Motive aus Horodenka und Salschtschyki. So wurde ein einheitliches Bühnenbild aus „Zitaten“ mehrerer ethnografischer Zonen zusammengestellt, was zu einer der Spannungspunkte in der Debatte wurde.

Details des neuen weiblichen und männlichen Images

Das weibliche Bild basiert auf langen, milchfarbenen Kleid-Hemden mit voluminösen Ärmeln und zarter weißer Stickerei; ergänzt werden sie durch rote Schürzen, mehrreihige Perlenketten und breite rote Bänder auf dem Kopf. Die Männer traten auf der Bühne in weißen gestickten Hemden und dunklen Hosen auf. Der Gesamteffekt – zurückhaltender, „leichter“ im Vergleich zu den gewohnten Bühnenklischees des Ensembles, mit einem Fokus auf die Reinheit des Schnitts und den Kontrast zwischen dem weißen Stoff und den roten Akzenten.

Kritik im Netz: von „Schuluniform“ bis zum Vorwurf der Unkenntnis des Kanons

Ein Teil der Threads-Nutzer kritisierte die Arbeit der Designer scharf und warf ihr vor, die ukrainischen Traditionen nicht zu kennen und die Elemente des Volkstrachtenfests falsch zu kombinieren. Die Kommentatoren wiesen auf das Fehlen von Gürteln, die Besonderheiten des Schürzenschnitts, die Abweichung vom traditionellen Aufbau und die Kombination der Kostüme mit moderner Schuhe hin. Ein Autor, Ostian Bohomaz, stellte die Frage, warum der nationale Chor nicht die Schönheit einer bestimmten Wolhynia, Sloboda, Polesie, Pokuttja oder Bukowina „mit ihren Proportionen, Schnitten, Materialien, Farben und Ornamentsystemen“ zeigen kann. Einige Zuschauer verglichen das männliche Image mit einer Schuluniform.

Widersprüchliche Daten

Hier treffen zwei entgegengesetzte Bewertungen aufeinander. Einerseits behaupten der Chor selbst und die Marke SVARGA, dass die Kostüme auf traditionellen Ornamenten und Sticktechniken verschiedener Regionen aufgebaut sind, also eine bewusste Interpretation des Volkserbes darstellen. Andererseits bestehen die Kritiker darauf, dass die Kombination von Elementen aus verschiedenen ethnografischen Zonen, das Fehlen von Gürteln und der Schürzenschnitt die Kanons des Volkstrachtenaufbaus verletzen und von einer oberflächlichen Haltung gegenüber den Traditionen zeugen. Eine dritte Gruppe von Nutzern verteidigte im Gegenteil den aktualisierten Stil und bewertete den Verzicht auf die gewohnten Bühnenklischees und das zurückhaltendere, „lässigere“ Design positiv. Das heißt, im öffentlichen Raum gibt es faktisch kein einheitliches Urteil: Die eine Seite sieht in der Tracht eine moderne Interpretation des Kanons, die andere – seine Verzerrung.

Fazit: Streit über die Grenzen der Tradition

Das Ergebnis der Präsentation des neuen Images des Chors Werewka war weniger ein ästhetischer als ein methodologischer Streit darüber, ob es in einem nationalen Ensemble zulässig ist, Ornamentsysteme verschiedener Regionen in einem einheitlichen Bühnenbild zu vermischen und wie weit man vom ethnografischen Kanon abgehen darf, um einen modernen Bühneneffekt zu erzielen. Während die Diskussion in den sozialen Netzwerken andauert, ist das aktualisierte Image bereits Teil der öffentlichen Agenda darüber geworden, wie die ukrainische Volkstanzkunst und die Tracht heute auf der Bühne aussehen sollten.