Der Frontmann der Band „Bumboks“ und Soldat Andrei Chlywnjuk erklärte öffentlich, dass er bereit sei, auf den ihm verliehenen Titel des Verdienstvollen Künstlers der Ukraine zu verzichten. Dies berichtet Wave RBC.UA unter Berufung auf die Facebook-Seite des Künstlers. Die Erklärung kam vor dem Hintergrund einer in der Gesellschaft andauernden Debatte darüber, ob ukrainischen Kulturschaffenden staatliche Auszeichnungen und Ehrentitel entzogen werden sollten.
Die Erklärung Chlywnjuks
In den sozialen Netzwerken griff der Musiker das Thema staatlicher Auszeichnungen und Ehrentitel auf. Seinen Worten zufolge müsse die Ukraine die Frage des Entzugs von Auszeichnungen an Vertretern der Kultur ohnehin klären; einzig die Frage sei, ob dies wegen einer antiukrainischen oder einer proukrainischen Position geschehe. „Die Titel und Auszeichnungen der ‚Kulturschaffenden‘ müssen ohnehin entzogen werden. Die einzige Frage ist: wegen einer antiukrainischen oder einer proukrainischen Position. Ich wäre nicht dagegen, meinen ‚Verdienstvollen‘ loszuwerden – in dieser Gesellschaft ist das ein erbärmlicher Cringe“, schrieb Chlywnjuk. Konkrete Künstler nannte er in seiner Nachricht nicht.
Kontext: Skandal um die Titel
Die Erklärung kam vor dem Hintergrund einer Debatte über staatliche Titel, insbesondere um Potap, auf. Laut mehreren Medien erscheint „Bumboks“ auf einer Liste des Kulturministeriums, und Chlywnjuk hatte diese umstrittene Entscheidung zuvor bereits kommentiert, indem er auf die Vorwürfe reagierte. So wurden seine Worte über die Bereitschaft, den Titel abzugeben, als Reaktion auf den allgemeinen Skandal um Auszeichnungen in der Kulturszene wahrgenommen.
Wie der Künstler den Titel erhielt
Der Titel des Verdienstvollen Künstlers der Ukraine wurde Andrei Chlywnjuk erst kürzlich verliehen – am 15. Juli 2026. Der entsprechende Erlass wurde von Präsident Wolodymyr Selenskyj am Tag der ukrainischen Staatlichkeit unterzeichnet. Das Präsidialamt erinnerte damals daran, dass Chlywnjuk nach Beginn der umfassenden Invasion in die Territoriale Verteidigung Kiews eintrat, durch Mörserbeschuss verwundet wurde und anschließend in den Dienst zurückkehrte.
Widersprüchliche Angaben
In den Formulierungen der Quellen gibt es Nuancen, die zu berücksichtigen sind. Einerseits schreibt Chlywnjuk ausdrücklich, dass er „nicht dagegen wäre“, den Titel loszuwerden, was wie eine rhetorische, bedingte Aussage und nicht wie ein bestätigtes formelles Verfahren des Verzichts klingt. Andererseits nannte der Künstler selbst keine konkreten Interpreten, die er meint, während Medien seine Worte mit dem Skandal um Potap und der Liste des Kulturministeriums in Verbindung bringen. Das genaue „Trigger“-Element der Erklärung wird also unterschiedlich interpretiert: als persönliche Position oder als Reaktion auf konkrete Ereignisse.