In Europa ist die Solarenergie rasant im Kommen. Photovoltaikanlagen sind zu einem vertrauten Bestandteil der städtischen und ländlichen Landschaft geworden. Parallel zur Verbreitung der Technologie hat sich jedoch die öffentliche Aufmerksamkeit für Vorfälle mit Bränden von Modulen verstärkt. Zwar sind Brandfälle vereinzelt, sie werfen jedoch Fragen zur Sicherheit erneuerbarer Energien auf.
Statistik gegen Befürchtungen
In Großbritannien wurden im letzten Jahr mehrere Brände registriert, die mit dem Betrieb von Solarmodulen in Verbindung standen. Die Situation in der Grafschaft Suffolk führte dazu, dass als vorbeugende Maßnahme Anlagen in 80 Schulen vorübergehend abgeschaltet wurden. Dennoch bestehen Experten darauf: Die absolute Zahl der Vorfälle spiegelt nicht das tatsächliche Sicherheitsniveau wider.
Untersuchungsergebnisse zeigen, dass das Brandrisiko für korrekt installierte Systeme verschwindend gering ist. In den Niederlanden wurden laut einem Bericht des Instituts TNO im Zeitraum von 2015 bis 2018 lediglich 27 Brände in Gebäuden mit Photovoltaiksystemen registriert. Dabei wurden allein im Jahr 2018 in diesem Land rund 170.000 neue Systeme installiert. Der Anteil der Unfälle belief sich auf weniger als 0,014 %.
Noch aussagekräftigere Statistiken liefert das deutsche Fraunhofer-Institut ISE. In 20 Jahren Beobachtung (von 1993 bis 2013) führten lediglich 0,006 % der Anlagen zu Bränden mit erheblichen Schäden. Die Europäische Kommission bestätigt: Solaranlagen brennen deutlich seltener als viele gängige Haushaltsgeräte.
Wo liegt die Gefahr?
Die Analyse der Brandursachen deckt das Hauptproblem auf: Es liegt selten in der Technologie der Umwandlung von Licht in Elektrizität selbst. Häufiger sind Installationsfehler oder defekte Komponenten die Schuldigen. Untersuchungen zeigen, dass das Feuer in den meisten Fällen (ca. 68 %) auf die Anlage selbst beschränkt bleibt und sich nicht weiter ausbreitet.
In 24 % der Fälle waren benachbarte Konstruktionen, wie beispielsweise das Dach des Gebäudes, beschädigt. Eine starke Ausbreitung der Flammen wurde nur in 5 % der Vorfälle festgestellt, und ein vollständiger Untergang des Gebäudes trat in etwa 3 % der Fälle ein.
Sicherheitsregeln und Zukunft der Branche
Trotz der geringen Risiken fordern Experten die Betreiber von Systemen zur Einhaltung strenger Sicherheitsregeln auf. Ein Schlüsselfaktor bleibt die Qualität der Installation. Experten empfehlen, die Montage ausschließlich zertifizierten Fachleuten zu überlassen, da eigenmächtiges Arbeiten auf Dächern häufig zu Anschlussfehlern führt, die fatale Folgen haben können.
Die Solarenergie behauptet ihre Vormachtstellung im Sektor der erneuerbaren Energien. Laut Eurostat deckte „grüne' Energie im Jahr 2024 47,5 % des Verbrauchs in der EU, wobei Photovoltaiksysteme etwa ein Viertel dieses Volumens beisteuerten. Das Wachstum der Anzahl der Module erhöht zwangsläufig die absolute Zahl der Brandmeldungen, was jedoch nicht auf eine erhöhte Gefährlichkeit der Technologie hindeutet.
Gleichzeitig sehen sich Betreiber von Kraftwerken mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Die Einführung eines Mechanismus zur Neudisposition könnte zu einer Verringerung der Energieerzeugung führen. In einigen Regionen, wie beispielsweise in der Ukraine, wurden bereits die administrativen Regeln für die Installation von Solaranlagen vereinfacht, um die Entwicklung der Branche zu stimulieren.