Das ukrainische Außenministerium hat offiziell die Behauptungen der russischen Seite widerlegt, wonach Kiew für den Tod von Alexander Jakowlew verantwortlich sei. Jakowlew, der zuvor für ein ukrainisches Unternehmen arbeitete, ging nach der Besetzung des Saporischschja-Kernkraftwerks (ZNPP) zur Seite der Besatzer über und bekleidete die Position des Chefingenieurs. Das Außenministerium der Ukraine bezeichnete die Vorwürfe Moskaus als Teil einer Informationskampagne zur Diskreditierung der Ukraine.
Die Version der russischen Besatzer
Der russische Staatskonzern „Rosatom“ verbreitete die Information, dass Jakowlew in der Nähe des industriellen Geländes des ZNPP ums Leben kam. Nach Angaben der russischen Behörden wurde das Fahrzeug, in dem sich der Kollaborateur befand, von einem unbemannten Fluggerät getroffen. Der Generaldirektor von „Rosatom“ wandte sich bereits an die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit der Forderung nach einer „operativen, konkreten und klaren Reaktion“ auf diesen Vorfall. Die Agentur bestätigte den Erhalt der Informationen von russischer Seite.
Position Kiews: Fehlende Beweise
In einer Erklärung des ukrainischen Außenministeriums wird betont, dass die russische Seite keine unabhängigen Bestätigungen ihrer Version oder Beweise für die Beteiligung der Ukraine am Tod Jakowlews vorgelegt hat. „Die Informationen der russischen Besatzungsstrukturen können nicht als glaubwürdig angesehen werden“, hieß es im Ministerium. Kiew weist darauf hin, dass Russland die Stimmung rund um Enerhodar und das ZNPP systematisch aufheizt, um die Welt mit der Drohung eines nuklearen Zwischenfalls einzuschüchtern und die Ukraine als Quelle der Gefahr darzustellen.
Politischer Druck und nuklearer Erpressung
Ukrainische Diplomaten warfen Moskau vor, den politischen Druck auf die Führung der IAEO zu erhöhen, um die Verantwortung für die Folgen der Besetzung auf die Ukraine abzuwälzen. Die einzige reale Ursache für die Bedrohung der nuklearen Sicherheit sei aus Sicht Kiews der illegale Überfall auf das Kraftwerk, seine Militarisierung und die Nutzung zu militärischen Zwecken.
Alexander Jakowlew wurde in die Datenbank „Mirotozrets“ aufgenommen, weil er den Betrieb des besetzten Kernkraftwerks unterstützte und sich an nuklearer Erpressung beteiligte. Zuvor arbeitete er als Angestellter eines ukrainischen Staatsunternehmens am Kraftwerk, ging aber nach dem Einmarsch zur Zusammenarbeit mit der Besatzungsverwaltung über.
Militärische Aktivitäten auf dem Gelände des Kernkraftwerks
Russische Truppen haben das Gelände des ZNPP faktisch in eine Militärbasis verwandelt. Am Objekt wurden Waffenlager eingerichtet, und Startplätze für Kampfdrohnen werden genutzt. Obwohl kürzlich die Reparatur einer wichtigen Hochspannungsleitung und anderer Infrastrukturteile abgeschlossen wurde, ist eine vollständige Wiederherstellung des Betriebs des Kernkraftwerks aufgrund der Beschädigung des Umspannwerks weiterhin unmöglich.