Im US-Senat gewinnt ein Gesetzgebungsverfahren an Dynamik, das zu einem der härtesten wirtschaftlichen Druckmittel gegen Moskau werden könnte. Die Initiative, bekannt als „höllische Sanktionen“, wurde vom verstorbenen republikanischen Senator Lindsey Graham entwickelt. Trotz des tragischen Todes des Autors bewegt sich das Dokument weiterhin durch die Korridore des Kongresses, gewinnt neue Verbündete und verändert seine Parameter.
Zweiparteienunterstützung und die Arithmetik der Abstimmung
Der Schlüsselfaktor, der die Verabschiedung des Gesetzes sichern könnte, ist seine beispiellose Unterstützung durch beide Parteien. Nach neuesten Angaben zählt die Liste der Mitverfasser des Dokuments bereits mehr als 60 Personen. Diese Zahl übersteigt die notwendige Schwelle für eine Beschlussfassung im Oberhaus des Kongresses.
Die Zusammensetzung der Sponsoren zeigt eine seltene Einheit angesichts der polarisierten Politik der USA:
- 39 republikanische Senatoren;
- 22 demokratische Senatoren.
Diese Koalition lässt hoffen, dass parteipolitische Differenzen überwunden werden können, doch der Gesetzgebungsprozess selbst stößt auf bürokratische Hürden.
Das Problem der Zeit und der Weg zur Verabschiedung
Trotz der verfügbaren Stimmen bleibt die Zeit das größte Hindernis für den Gesetzentwurf. Im Senat muss eine reguläre Zeit für die Diskussion des Dokuments eingeplant werden, und derzeit sind keine konkreten Fristen für die Prüfung festgelegt. Dies schafft Unsicherheit darüber, wann das Gesetz genau zur Abstimmung gestellt werden könnte.
Darüber hinaus ist die Zustimmung des Senats nur der erste Schritt. Nach dem Durchgang durch das Oberhaus muss der Gesetzentwurf die Zustimmung des Repräsentantenhauses erhalten, bevor er dem Staatsoberhaupt zur Unterzeichnung vorgelegt wird.
Die Evolution der „höllischen Sanktionen“ nach Grahams Tod
Lindsey Graham hatte die Idee der Einführung beispielloser Zölle seit über einem Jahr aktiv lobbyiert. Ursprünglich sah sein Entwurf Zölle in Höhe von 500 % für Länder vor, die russische Energieträger kaufen. Im Juli 2026 verstarb der Senator jedoch nach einem Besuch in Kiew, was das Schicksal seiner Initiative in Frage stellte.
Trotzdem lebt das Dokument dank der Bemühungen seiner Mitverfasser, insbesondere des demokratischen Senators Richard Blumenthal, weiter. Im Rahmen der Förderung des Gesetzentwurfs wurden erhebliche Korrekturen vorgenommen. Anstelle der ursprünglichen 500 % Zölle sieht die neue Version Zölle in Höhe von 100 % für Käufer russischer Öl- und Gasprodukte vor.
Ziele und Adressaten der Sanktionen
Das Hauptziel des überarbeiteten Dokuments bleibt dasselbe – den Druck auf den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu erhöhen und die Finanzströme zu unterbrechen, die den Krieg gegen Ukraine finanzieren. Die Sanktionen richten sich in erster Linie auf große Volkswirtschaften wie China und Indien, die weiterhin russische Energieressourcen kaufen.
Darüber hinaus enthält der Gesetzentwurf Maßnahmen gegen die russische „Schattenflotte“. Diese Schiffe werden genutzt, um Öl unter Umgehung der westlichen Beschränkungen zu exportieren, und das neue Gesetz soll diese Schlupflöcher schließen und Moskau die Exporteinnahmen entziehen.
Die Position der Trump-Administration
Der politische Kontext rund um den Gesetzentwurf wird durch die Position des US-Präsidenten Donald Trump verkompliziert. Der Staatsoberhaupt hat dem Dokument keine volle Unterstützung gegeben, hat jedoch seine Bereitschaft zum Ausdruck gebracht, es als Zeichen des Respekts vor dem Andenken an Lindsey Graham zu unterzeichnen. Diese Entscheidung könnte der entscheidende Faktor sein, der den langen Weg der „höllischen Sanktionen“ von der Idee zum Gesetz abschließt.