Die von der ukrainischen Firma Stellarion entwickelte Glasfaser-FPVDrohne Deadliner Q15-30 hat offiziell das Kodifizierungsverfahren im Verteidigungsministerium der Ukraine durchlaufen. Dies berichtete das Medium RBC-Ukraine am 1. September 2026 unter Berufung auf eine Pressemitteilung des Herstellers. Die Kodifizierung bedeutet, dass die Drohne in den kommenden Wochen über die staatlichen Beschaffungsplattformen Brave1 Market und DOT-Chain von den Einheiten der Verteidigungskräfte bestellt werden kann, was den Weg zu einer serienmäßigen Ausrüstung der Kampfverbände mit diesem Modell ebnet.
Taktisch-technische Merkmale
Die Deadliner Q15-30 ist für Einsätze auf Entfernungen von bis zu 30 km ausgelegt und kann eine Nutzlast von bis zu 3 kg tragen. Die autonome Flugzeit beträgt mindestens 30 Minuten, die Reisegeschwindigkeit liegt bei 65 km/h und die Höchstgeschwindigkeit bei 110 km/h. Das Flugzeug ist mit einer Kamera in zwei Aufnahme Modi ausgestattet – Tag und Wärmebild – wodurch die Drohne rund um die Uhr unabhängig von Wetterbedingungen und Tageszeit eingesetzt werden kann. Besonders hervorzuheben ist die Möglichkeit, die Konfiguration des Videokanals zu wählen: Die Einheit kann sowohl eine analoge als auch eine digitale Bildübertragung bestellen und das Modell so auf konkrete taktische Aufgaben anpassen.
Glasfaser als Antwort auf die elektronische Kriegsführung
Der entscheidende Vorteil der Deadliner Q15-30 ist die Nutzung eines Glasfaser-Kommunikationskanals. Im Gegensatz zu Funksignal-basierten FPVDrohnen ist die Glasfaserleitung praktisch nicht anfällig für Störungen durch Mittel der elektronischen Kriegsführung (EW), was die Drohne in Situationen, in denen herkömmliche Drohnen die Steuerung verlieren, widerstandsfähig macht. Vor dem Hintergrund, dass ukrainische Hersteller von unbemannten Systemen im Laufe des Augusts 2026 regelmäßig neue FPVDrohnenmodelle vorstellten, die auf Widerstandsfähigkeit gegen EW ausgelegt sind, stellt das Erscheinen eines kodifizierten Glasfasermodells mit 30 km Reichweite einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung der taktischen Luftfahrt der Verteidigungskräfte dar.
Pläne zur Erweiterung der Produktlinie
Ein Vertreter von Stellarion teilte mit, dass das Unternehmen bereits an der Kodifizierung der Deadliner-Modelle mit 35 und 40 km Reichweite arbeitet. „Wir arbeiten derzeit an der Kodifizierung der Deadliner-Modelle mit 35 und 40 km Reichweite, um den Einheiten eine breitere Auswahl an Drohnen für verschiedene Kampfaufgaben zu bieten“, erklärte die Quelle. Dies zeugt von der strategischen Ausrichtung des Herstellers auf den Aufbau einer vollständigen Linie von Glasfaser-FPVDrohnen, die verschiedene Distanzaufgaben abdeckt – von der Nahbegleitung der Infanterie bis zu Schlägen gegen entfernte Ziele.
Kontext: August 2026 und der Boom neuer FPV-Modelle
Die Kodifizierung der Deadliner Q15-30 fügt sich in einen breiteren Trend ein, der im August 2026 festgehalten wurde: Ukrainische Hersteller von unbemannten Systemen stellten massenhaft neue FPVDrohnenmodelle vor, vor dem Hintergrund wachsender Nachfrage der Verteidigungskräfte nach Technik, die der elektronischen Kriegsführung standhält. So präsentierte das Unternehmen BlueBird Tech Ende August die modulare Plattform „Bebradron KIT“, die auf der Basis des Kampfgleiters „Bebradron“ für Ingenieurtruppen entwickelt wurde, die Flexibilität bei der Ausrüstungswahl benötigen. Die Summe dieserstarts weist auf eine systematische Modernisierung des Bestands an taktischen Drohnen vor der herbstlich-winterlichen Phase der Kampfhandlungen hin.