Der Dritte Armeekorps der Streitkräfte der Ukraine hat die ersten öffentlichen Fotos der Luftabwehr-Raketenanlage Rapid Ranger veröffentlicht, die auf dem Fahrgestell des taktischen Geländewagens URO VAMTAC montiert ist. Dies berichtet RBC-Ukraine unter Verweis auf die offizielle Facebook-Seite des Korps. Die Aufnahmen dokumentieren den ersten öffentlichen Auftritt der mobilen Luftabwehranlage und stellen damit ein bedeutendes Ereignis für das Verständnis der Entwicklung der ukrainischen Luftverteidigung dar.

Erster öffentlicher Auftritt und Trägerfahrzeug

Auf den veröffentlichten Aufnahmen wird die Anlage mit leichten Mehrzweckraketen LMM Martlet bestückt. Die Luftabwehr-Raketenanlage Rapid Ranger ist auf dem Fahrgestell des spanischen taktischen Geländewagens URO VAMTAC montiert, der beim 1030. Luftabwehr-Raketen- und Artillerieregiment „Aquila' im Dienst steht. Gerade diese Variante der Aufstellung zeigt den Fokus auf Mobilität: Die spanischen Geländewagen erreichen Geschwindigkeiten von bis zu 135 km/h, können auf öffentlichen Straßen verkehren, schnell die Position wechseln und über große Entfernungen verlegt werden.

Modulare Bauweise und Merkmale der Anlage

Die Luftabwehr-Raketenanlage Rapid Ranger wiegt nur 500 kg und ist nach einem modularen Prinzip aufgebaut. Dadurch kann sie nicht nur auf dem URO VAMTAC, sondern auch auf den meisten Radfahrzeugen – Pickups, spezielle Panzerfahrzeuge – sowie auf Kettenfahrzeugen montiert werden. Die Anlage ist mit einem optoelektronischen Beobachtungssystem ausgestattet, das eine Rundumsicht von 360 Grad ermöglicht und den Zielortungsbereich ohne Drehung des gesamten Trägerfahrzeugs erweitert.

Raketen LMM Martlet und Laseranvisierung

Die eingesetzten Raketen LMM Martlet haben eine Länge von 1,3 Metern und eine Masse von 13 Kilogramm. Sie können Geschwindigkeiten von bis zu 1800 km/h erreichen und Ziele auf Entfernungen von bis zu 7 Kilometern treffen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Laseranvisierung, nicht nur in der Infrarotführung. Dadurch ist die Anlage auch gegen Ziele mit geringem Wärmesignal, die mit Wärmestörkörpern ausgestattet sind, sowie gegen russische Aufklärungsdrohnen mit kleiner thermischer Signatur wirksam.

Strategischer Kontext: eigene Luftabwehrsysteme

Die Präsentation der Anlage fällt mit der öffentlichen Position von Präsident Wolodymyr Selenskyj zusammen, wonach die Ukraine in Richtung der Entwicklung eigener Luftabwehrsysteme aller Standards – von Luftabwehranlagen bis zu Raketen – voranschreitet. Besonderes Augenmerk werde, wie er sagte, auf die Bekämpfung ballistischer Ziele gelegt. Parallel wurde bekannt, dass über der Region Charkiw erstmals ein „Schahed' durch ein privates Luftabwehrsystem abgeschossen wurde, was auf eine Ausweitung des Luftschirms durch nichtstaatliche Mittel hinweist.