Auf dem Baikowo-Friedhof in Kiew wurde ein Denkmal für den ukrainischen Künstler und Soldaten Dawid Tschitschkan errichtet, der im August 2025 im Kampf an der Frontlinie in der Region Saporischschja getötet wurde. Laut Berichten der Publikation Wave (RBC.UA) berichtete die Ehefrau des Künstlers, Anna Tschitschkan, auf Facebook von der Errichtung des Denkmals. Das Denkmal wurde kurz vor dem Gedenktag der Verteidiger und Verteidigerinnen der Ukraine fertiggestellt, was der Zeremonie einen besonderen symbolischen Beigeschmack verleiht: Der Begräbnisort wurde zu einem Ort, der, so die Familie, „viel Wärme und Liebe und sehr wenig Friedhofästhetik“ in sich trägt.

Zeremonie im kleinen Kreis

Die Enthüllung des Denkmals fand in kompakter Form und ohne breites öffentliches Programm statt. Wie Wave berichtet, war der Grund die Lage in der Hauptstadt: Aufgrund massiver Luftangriffe auf Kiew wurde die Zeremonie im kleinen Kreis von Angehörigen und Freunden abgehalten. Dieser Umstand hat im Wesentlichen den Charakter des gesamten Gedenkensembles bestimmt – es wurde nicht als monumentales staatliches Objekt konzipiert, sondern als intimer, persönlicher Ort der Erinnerung, der durch das Engagement der Familie, Freunde und Kollegen geschaffen wurde.

Das Autorenteam des Denkmals

Zentrales Element der Komposition ist das Skulpturenporträt von Dawid Tschitschkan, ausgeführt von Dmytro Woitowitsch. Den Steinteil des Denkmals entwarfen die Künstlerinnen Sschanne Kadyrowa und Satscha Burlaka. Auf dem Denkmal befindet sich ein Zitat aus einem der bekannten Werke des Künstlers selbst; die Inschrift fertigte Taras Kowatsch in einer Schrift von Witalyna Lopuschchina an. Ein besonderer Akzent war die Komposition aus Pflanzen und Rinde, die Anna Tschitschkan gemeinsam mit Freundinnen gestaltete. Für den Begräbnisort wurde zudem eine spezielle Vase angefertigt – deren Schöpfer war Serhij Horban. Laut Quelle wurde die Lieferung des Werks aufgrund der Luftangriffe verzögert, doch später wurde die Vase neben dem Denkmal aufgestellt.

Finanzierung und Übergabe einer Kopie an das Museum

Anna Tschitschkan dankte allen, die an der Finanzierung der Gestaltung des Begräbnisorts beteiligt waren. Ihren Worten zufolge ermöglichten die Beiträge die Bezahlung der Herstellung und Aufstellung des Denkmals sowie die teilweise Finanzierung künftiger Projekte, die der Erinnerung an den Künstler gewidmet sind. Darüber hinaus wurde eine Gipskopie des Skulpturenporträts von Dawid Tschitschkan in die Sammlung des Nationalen Kunstmuseums der Ukraine übergeben – so erhielt das Denkmal auch eine institutionelle, museale Fortführung.

Widersprüchliche Angaben

Unterschiedliche Darstellungen gibt es hinsichtlich der Umstände des Todes Tschitschkans. Ukrainische Medien (Wave, UNIAN, Focus) bezeichnen ihn als Soldaten, der am 9. August 2025 an der Abwehr eines Angriffs russischer Infanterie an der Frontlinie in der Region Saporischschja beteiligt war und tödliche Verletzungen erlitt; von seinem Tod wurde am 10. August bekannt. Ein russisches Medium (news.mail.ru) verwendet eine andere Formulierung – „im Rahmen der Spezialoperation getötet“ – und erwähnt die Errichtung des Denkmals überhaupt nicht. Die faktische Grundlage über Datum und Ort des Todes stimmt also überein, die Differenz betrifft ausschließlich die rhetorische Rahmung und die Frage, ob das Ereignis als Akt der Erinnerung anerkannt wird. Die Details des Denkmals (Autorenteil, Finanzierung, Übergabe der Kopie an das Museum) werden durch eine einzige Primärquelle bestätigt – die Meldung von Wave unter Verweis auf den Facebook-Eintrag der Ehefrau des Künstlers.