Auf der Insel Chortytschia in Saporischschja fand am 23. August 2026 die feierliche Aufstellung einer monumentalen, 2,5 Meter hohen Statue „Kosak-Charakternyk“ statt. Das Werk wurde im Rahmen des ersten multidisziplinären Ethno-Symposiums „Wytoky. Forma tradyziï“ (Wurzeln. Form der Tradition) vorgestellt, das Bildhauer, Handwerker traditioneller Handwerke, Ethnomusiker, Kulturforscher und Bürger zusammenbrachte. Die Statue wurde auf dem Platz „Kosazke kolo“ aufgestellt, wo sie nun zu einem festen Bestandteil des offenen Kunstraums der Insel wurde.

Geburt im Feuer: Der Symbolismus der Eröffnungszeremonie

Den Abschluss der Schaffung der Statue bildete eine Eröffnungszeremonie im Feuer, die die Autoren als Symbol der Bewährung, der Transformation und der inneren Stärke deuten. Auf den Aufnahmen des Ereignisses ist zu sehen, wie ein Meister in Schutzausrüstung mit roten Handschuhen einen Wasserstrahl auf die brennende Figur richtet, während sich um ihn herum eine Menschenmenge versammelt hat. Die Flammen umschließen den oberen Teil der Statue, und die in den Strahlen des Feuers schimmernden Wassertröpfchen erzeugen einen eindrucksvollen Kontrast der Elemente. Diese rituelle Geste verwandelte den technischen Vorgang in ein Performance-Stück, das das Thema des Überwindens und der Wiedergeburt unterstreicht, das im Bild des Kosak-Charakternyk selbst verankert ist.

Autorenkollektiv und Herstellungstechnik

Die Statue wurde vom Saporischer Künstler Alexander Scholud, von Serhij Spassjonow aus Poltawa und mit der Beteiligung von Andrej Kamenetskyj aus der Region Tschernihiw geschaffen. Das Material ist Schamotte, deren finaler Brand bei etwa 1200 °C erfolgte. Gerade das durch das Feuer gegangene Keramikleben wurde für die Autoren nicht bloß zur Ausführungstechnik, sondern zu einem Teil des Sinnfeldes: Die Figur wurde buchstäblich „im“ Feuer geboren, was die Erzählung von der Ausdauer und der Fähigkeit, schwierige Bewährungsproben zu bestehen, die im Bild des Kosak-Charakternyk verkörpert wird, verstärkt.

Historisches Gedächtnis und zeitgenössische Symbole

Grundlage der Komposition ist das neu interpretierte Bild des Kosak-Charakternyk, das die Künstler als Symbol des Schutzes, der Standhaftigkeit und der inneren Stärke deuten. Auf der Statue ist das Zeichen „Idea Natsii“ (Idee der Nation) abgebildet, das von bestimmten Einheiten der Verteidigungskräfte der Ukraine verwendet wird. So verbinden die Autoren das historische kosakische Gedächtnis mit den Realitäten des modernen Widerstands und verwandeln das Monument in einen „kulturellen Schutzamulett“, der nach dem Konzept der Organisatoren „die zeitgenössische Tradition gemeinsam mit der Stadt und ihren Menschen fortsetzen“ kann.

Das Ethno-Symposium als Plattform des Dialogs

Das Projekt „Wytoky. Forma tradyziï“ war der erste Versuch, im Rahmen eines einzigen Ereignisses Bildhauer, Volkskünstler, Musiker, Forscher und Bürger um Themen des Kosakentums, der ukrainischen Ritualität, des Gedächtnisses und der nationalen Identität zu versammeln. Die Statue „Kosak-Charakternyk“ war nicht das einzige Ergebnis des Symposiums, doch gerade sie wurde zu seinem öffentlichsten und sichtbarsten Ergebnis und bekräftigte den Status Chortytschias als Ort, an dem die Tradition nicht im Museum konserviert, sondern in einem aktuellen kunsthistorischen Ausdruck weiterlebt.