Eine internationale Gruppe von Psychologen und Forschern, die sich auf die Erforschung der menschlichen Psyche und Familiendynamik spezialisiert haben, hat Ergebnisse veröffentlicht, die den gewohnten Ansatz zur Vorbeugung depressiver Zustände in der Familie grundlegend verändern könnten. Experten haben festgestellt, dass der psychische Zustand einer Frau einer der entscheidenden Faktoren dafür ist, wie sich Depressionen auf das Umfeld übertragen und den emotionalen Hintergrund destabilisieren. Einer Studie zufolge führt eine schwere Depression bei einer Frau dazu, dass sich diese Stimmung nach dem Prinzip einer Kettenreaktion auf Nahestehende, insbesondere Familienmitglieder, auswirkt und die Wahrscheinlichkeit eines ähnlichen psychologischen Zustands bei ihnen drastisch erhöht.

Die Zahl, die das Bild verändert: Ein Anstieg des Risikos um 142%

Die in der Publikation angeführten Ergebnisse psychologischer Experimente zeigen einen scharfen quantitativen Effekt: Wenn eine Frau Anzeichen von Depressionen zeigt, steigt das Risiko, dass ihre Angehörigen und Familienmitglieder denselben psychischen Zustand entwickeln, exakt um 142 Prozent. Gleichzeitig zeigte eine parallele Beobachtung von depressiven Männern, dass deren innere Niedergeschlagenheit keine vergleichbare massenhafte psychologische Krise im Umfeld auslöst. Somit erweist sich der Geschlechterfaktor nicht nur als Begleiterscheinung, sondern als maßgeblich für das Ausmaß der depressiven „Ansteckung“ im Familiensystem.

Der Mechanismus der „emotionalen Ansteckung“: Warum Frauen Zustände stärker übertragen

Psychologen erklären den wahren Grund für dieses Phänomen durch Unterschiede in den Verarbeitungs- und Darstellungsmechanismen negativer Erfahrungen bei Männern und Frauen. Frauen neigen den Forschern zufolge von Natur aus dazu, ihre Probleme, inneren Ängste und negativen Erlebnisse mit Nahestehenden zu besprechen. Ständige Klagen und gedrückte Stimmung übertragen sich jedoch durch den sogenannten Effekt der „emotionalen Ansteckung“ auf den Gesprächspartner, was die psychologischen Schutzmechanismen des Umfelds schrittweise zerstört. Je länger ein solcher Kontakt ohne professionelle Intervention anhält, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass Angehörige selbst Symptome einer Depression zeigen.

Das innere Schweigen der Männer: Eine andere, aber nicht minder gefährliche Strategie

Männer hingegen unterdrücken Stress und negative Zustände meist in ihrem Inneren und versuchen, ihre Gefühle selbst den ihnen am nächsten stehenden Personen nicht zu offenbaren. Die Forscher betonen, dass diese Strategie zwar keinen direkten emotionalen Druck auf das Umfeld ausübt und keine Kettenreaktion in der Familie auslöst, jedoch extrem gefährlich für die Gesundheit des Mannes selbst ist, vor allem für das Herz-Kreislauf-System. Somit gehen beide Geschlechter unterschiedlich mit Depressionen um: Frauen „stecken“ Angehörige an, Männer „stecken“ sich selbst an.

Praktische Empfehlung von Experten: Frühzeitiges Aufsuchen von Hilfe

Zusammenfassend betonen die Experten, dass zur Erhaltung eines gesunden psychologischen Klimas in der Familie ein rechtzeitiges Augenmerk auf den inneren Zustand von Frauen von entscheidender Bedeutung ist. Beim Auftreten erster Anzeichen einer Depression – anhaltender Niedergeschlagenheit, Interessenverlust an gewohnten Aktivitäten, Schlaf- und Appetitstörungen – wird empfohlen, unverzüglich Hilfe bei einem qualifizierten Psychologen oder Psychotherapeuten zu suchen. Nach Ansicht der Autoren kann ein frühzeitiges Eingreifen die Kettenreaktion unterbrechen und die Ausbreitung des depressiven Zustands auf andere Familienmitglieder verhindern.