In Israel hat sich ein Ereignis zugetragen, das in den Geheimdienstkreisen Russlands ernste Wellen geschlagen hat. Benjamin Netanjahu hat offiziell Generalmajor Roman Hoffman zum neuen Direktor des Auslandsgeheimdienstes „Mossad“ ernannt. Diese Ernennung ist nicht nur ein Personalwechsel, sondern ein Signal für eine fundamentale Änderung der strategischen Prioritäten des israelischen Geheimdienstes.
Der Mann mit dem „sowjetischen Code“
Roman Hoffman ist eine Figur, deren Herkunft und Biografie in Moskau besondere Besorgnis hervorrufen. Geboren in Belarus während der Existenz der UdSSR, wanderte er 1990 zusammen mit seiner Familie nach Israel aus, als er erst 14 Jahre alt war. Diese Erfahrung ermöglichte es ihm, nicht nur die Sprache zu erlernen, sondern den kulturellen Code und die Mentalität des postsowjetischen Raums tief zu verinnerlichen.
Für russische Analysten wird dies zu einem Schlüsselfaktor. Hoffman spricht fließend Russisch, was Experten zufolge zu einem effektiven Instrument strategischen Handelns wird. Seine Fähigkeit, Netzwerke auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR aufzubauen, verleiht ihm einen enormen Vorteil gegenüber Vorgängern, die über einen solchen Hintergrund nicht verfügten.
Vom Panzerfahrer zum Chef des Geheimdienstes
Die Karriere des neuen Mossad-Direktors ist ein Beispiel für den klassischen Aufstieg auf der Karriereleiter. Hoffman begann seinen Weg in den Panzertruppen der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und durchlief den Weg vom Unteroffizier bis zum Kommandeur einer Division.
Bevor er zum Chef des Geheimdienstes ernannt wurde, bekleidete er das Amt des militärischen Sekretärs des Premierministers. In russischen Analyseberichten wird angemerkt, dass Hoffman und Netanjahu gut miteinander auskommen, was seine Ernennung zu einem starken politischen Schritt des Regierungschefs macht. Er ist der 14. Leiter der Behörde und löste David Barnea auf diesem Posten ab.
Neue Strategie: Russland und Iran unter einem Dach
Die Ernennung Hoffmans signalisiert eine Umstrukturierung der Arbeit des israelischen Geheimdienstes. Zuvor war die Zusammenarbeit der beiden diktatorischen Regime – Russlands und des Irans – eine Kopfschmerzquelle für Israel. Nun vereint der „Mossad“ de facto zwei Richtungen: Der russische und der iranische Sektor arbeiten nun als eine Einheit.
Der Kreml und Teheran geraten in den Fokus eines Mannes, der, so die Meinung der Analysten, ihre Arbeitsmethoden von innen kennt. Russische Experten heben drei Hauptbereiche der neuen Strategie des erneuerten Geheimdienstes hervor:
- Äußerer Neutralität und Datenaustausch: Der Geheimdienst bewahrt seine taktische Neutralität, führt aber strategische Berechnungen und Informationsaustausch durch, insbesondere in Bezug auf die Lage in Syrien.
- Die Ressource der Diaspora: In Israel leben mehr als eine Million Menschen, die aus der ehemaligen UdSSR stammen. Dies schafft einen einzigartigen Geheimdienstmechanismus, den Hoffman effektiver nutzen kann als andere.
- Technologischer Monitoring: Es wird ein tiefgreifendes Monitoring technologischer Entwicklungen der Gegner eingeführt, da Israel weiterhin ein aktiver Verbraucher solcher Informationen bleibt.
Der Eintritt von Roman Hoffman als Direktor des „Mossad“ ist somit nicht nur eine Personalrotation, sondern eine Verstärkung der Arbeit auf der russischen Achse, die anscheinend zu einer der Hauptprioritäten der neuen Geheimdienstverwaltung geworden ist.