Das Verteidigungsministerium Weißrusslands hat Erläuterungen zu den jüngsten Aussagen des Staatsoberhaupts Alexander Lukaschenko gegeben. Verteidigungsminister Wiktor Chrenin enthüllte Details darüber, wie genau die Anweisung des Präsidenten zur Einberufung von „Tunichtguten' in die Armee umgesetzt werden soll. Das offizielle Minsk versichert, dass es sich nicht um Bestrafungsmaßnahmen handelt, sondern um die Verbesserung der Kampfausbildung des Personals.
Verbesserung der Kampfausbildung statt Umerziehung
Wiktor Chrenin betonte, dass das Ziel der Kampagne nicht auf die erzwungene „Umerziehung' von Bürgern beschränkt ist. Nach Ansicht des Ministers besteht die Hauptaufgabe darin, diesen Mechanismus zur Verbesserung der Fähigkeiten der Soldaten zu nutzen. Das Ministerium ist der Ansicht, dass die Einbeziehung von Zivilisten in die militärischen Übungen dazu beitragen wird, deren Ausbildungsniveau zu erhöhen, was vom Präsidenten vom Ministerium gefordert wurde.
Mobilisierung der Militärkommissare
Zur Umsetzung dieser Aufgabe wird das System der Militärkommissariate eingesetzt. Chrenin teilte mit, dass die Militärkommissare in den Regionen eine direkte Anweisung erhalten, mit der Arbeit zu beginnen. In naher Zukunft sind gemeinsame Sitzungen mit den Leitern der lokalen Behörden geplant. Bei diesen Treffen wird eine klare Reihenfolge der Maßnahmen und ein Algorithmus zur Identifizierung derjenigen festgelegt, die zur Dienstleistung herangezogen werden müssen.
Besonderes Augenmerk wird auf den Ausstieg aus den Büros gelegt. Die Kommissare müssen persönlich auf die Felder und zu landwirtschaftlichen Betrieben reisen. Ihre Aufgabe besteht darin, die Zusammenarbeit mit den Landwirten zu organisieren, Unterstützung während der Erntekampagne zu leisten und die Disziplin zu überwachen.
Gefahr für Verstöße gegen die Arbeitsdisziplin
Der Kontext für diese Aussagen wurde am Vortag geschaffen, als Alexander Lukaschenko mit harter Rhetorik auftrat. Der Staatsoberhaupt warnte davor, dass es mehrere Gründe gibt, aus denen Zivilisten gewaltsam in den Status von Militärangehörigen überführt werden können. Insbesondere geht es um Verstöße gegen die Arbeitsdisziplin während der Ernte.
Lukaschenko stellte fest, dass die Verantwortung alle betrifft: von einfachen Arbeitnehmern bis hin zu Beamten verschiedener Ebenen. Wer seine Pflichten nicht erfüllt, riskiert, in den Militärdienst zu kommen. Chrenin fasste diese Position mit den Worten zusammen: „Nun, wer überhaupt nicht arbeiten will – den werden wir zu den militärischen Übungen einberufen'.