In Deutschland ist die Serienproduktion einer Charge von mehr als fünftausend Langstreckenschlagdrohnen für die ukrainischen Streitkräfte offiziell angelaufen. Laut Angaben der Verteidigungsbranche sind die ersten Exemplare bereits fertig, und die erprobten Systeme werden im laufenden Jahr 2026 in den Bestand der UAF aufgenommen. Das Projekt wird im direkten Auftrag der deutschen Regierung umgesetzt und gilt als eines der größten Beispiele für militärisch-technische Zusammenarbeit zwischen Berlin und Kiew im Bereich der unbemannten Systeme.
Gesellschaft mit Sitz bei München
Für die Herstellung der Geräte ist ein Joint Venture zuständig, das im Februar 2026 in der Nähe von München gegründet wurde. Beteiligt sind das deutsch-amerikanische Unternehmen Auterion und der ukrainische Entwickler Airlogix. Quellen in der Verteidigungsbranche schätzen den Vertragswert auf rund 300 Millionen Euro. Um die angekündigten Montagegeschwindigkeiten der Drohnen sicherzustellen, wird die Produktion nicht nur am Münchner Standort, sondern auch in einem zusätzlichen Werk im Osten Deutschlands aufgebaut, was die Produktionskapazitäten erhöht und das logistische Risiko senkt.
Zwei Modelle und eine klare Aufgabenteilung
In den Werken werden zwei Modifikationen der unbemannten Fluggeräte montiert: eine Version mittlerer Reichweite und eine Langstreckenversion, die eine Distanz von bis zu 1500 Kilometern überwinden kann. Alle Geräte sind für den Einmalgebrauch bestimmt und tragen Sprengstoff zur direkten Zerstörung von Zielen des Gegners. In der Zusammenarbeit sind die technologischen Aufgaben streng verteilt: Der ukrainische Anbieter Airlogix liefert Rumpf und mechanische Komponenten, während Auterion für die Software und das Betriebssystem der Drohnen zuständig ist.
Künstliche Intelligenz gegen elektronische Kampfführung
Ein zentrales Element der Architektur der unbemannten Fluggeräte ist die integrierte künstliche Intelligenz. Laut Angaben der Entwickler ermöglicht sie den Geräten, selbst unter aktiver Unterdrückung durch feindliche Systeme der elektronischen Kampfführung erfolgreich die zugewiesenen Ziele zu erreichen. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Nutzung von elektronischer Kampfführung wichtig, die zuvor die Effizienz der Fernsteuerung von Drohnen erheblich minderte.
Umfang der Bestellung und Perspektiven
Die vollständige Erfüllung der umfangreichen Bestellung planen die Partner bis Mitte 2027. Gleichzeitig rechnen die Unternehmen mit neuen Verträgen und einer langfristigen Zusammenarbeit in Zukunft. Wie der Geschäftsführer von Auterion, Lorenz Meyer, erklärte, hat Deutschland dank des Projekts eine eigene Linie zur Herstellung präziser und relativ erschwinglicher Waffen in großen Mengen erhalten, was sein Verteidigungsindustriepotenzial stärkt.
Kontext: das Problem der Abschuss von „Shahed“-Drohnen
Der Produktionsstart fügt sich in den breiteren Kontext des Drohnenkriegs ein. Die strahlgetriebenen „Shahed“-Drohnen, deren Geschwindigkeit 400–450 km/h übersteigt, werden zu einer immer schwerer zu treffenden Zielgruppe für Interceptor-Drohnen, da die meisten von ihnen ein solches Fluggeschwindigkeitsniveau schlicht nicht halten können. Unter diesen Bedingungen gelten Langstreckenschlagdrohnen mit Elementen autonomer Zielansteuerung als eines der Instrumente, um das Kräfteverhältnis an der Front zu verschieben.