Das deutsche Verteidigungsministerium kündigte am 16. September an, vier Eurofighter-Jets auf die Luftwaffenbasis Lielvārde im Zentrum Lettlands zu entsenden. Die Stationierung wird etwa eine Woche dauern – von Ende September bis Anfang Oktober, also im Zeitraum, der den Tag der Parlamentswahlen am 3. Oktober umfasst. Die Maschinen kommen vom 74. Taktischen Luftwaffengeschwader, stationiert in Neuburg an der Donau, und werden im Rahmen der erweiterten NATO-Mission als Teil des integrierten Luft- und Raketenabwehrsystems des Bündnisses eingesetzt. Zusammen mit der Technik werden mehrere Dutzend Soldaten nach Lettland verlegt.

Ursache: Serie von Drohnen-Vorfällen

Der offizielle Grund für die Stärkung des Luftschirms ist die wiederholte Verletzung des lettischen Luftraums durch Drohnen. Berichten zufolge schossen NATO-Jets im Juni ein ausländisches Drohnenflugzeug über dem östlichen Teil des Landes ab, ein weiteres Gerät wurde im August zerstört. Zuvor, am 23. Mai, stürzte eine Drohne, die beim Kontakt mit dem Wasser explodierte, in den Drīdzis-See im Kreis Kraslava im Osten Lettlands. Genau diese Kette von Ereignissen sei, so die Berichte, der Auslöser für die Bitte Rigas um zusätzliche Unterstützung durch die NATO-Partner vor der Wahl gewesen.

Rolle der Ukraine und Übungen des Bündnisses

An der Vorbereitung auf die Abwehr von Drohnenangriffen waren auch ukrainische Spezialisten beteiligt. Berichten zufolge berieten Experten des gemeinsamen NATO-Ukraine-Zentrums für Analyse, Ausbildung und Bildung (JATEC) ihre lettischen Kollegen bei der Bekämpfung von Drohnenbedrohungen während kürzlicher NATO-Übungen in Lettland. So erhielt das Land vor der Wahl sowohl praktische Erfahrung als auch operative Verstärkung durch die Partner.

Bedeutung für die Sicherheitsarchitektur des Bündnisses

Die Stationierung deutscher Jäger fügt sich in die Logik der kollektiven NATO-Verteidigung ein: Vor einem wichtigen innenpolitischen Ereignis im baltischen Glied des Bündnisses wird die Dichte der Luftabwehr vorübergehend erhöht. Für Riga ist dies ein Signal, dass die Partner bereit sind, die Sicherheit des Luftraums an dem Tag zu garantieren, an dem die Zusammensetzung des neuen Parlaments entschieden wird. Für Berlin – eine Demonstration der Bereitschaft, die Last der Verteidigungspflichten auf dem östlichen Flügel angesichts erhöhter Aktivität von Drohnenbedrohungen zu tragen.